Legales Kiffen im Rahmen eines Modellversuchs – in dieser Hinsicht wäre Pankow der dritte Berliner Bezirk, der sich um ein Projekt bewirbt. Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg haben ihr Interesse an der Durchführung von Versuchen schon mit Beschlüssen der Bezirksverordneten bekundet. Aber wenn die Bundesregierung ein solches Vorhaben aufsetzt, soll Pankow nicht etwa das dritte Rad am Wagen sein. Berlins einwohnerstärkster Bezirk bringt die besten Voraussetzungen mit, der Cannabis-Primus der Hauptstadt zu werden.
Das meint jedenfalls die Pankower Linksfraktion um Oskar Lederer, Maximilian Schirmer und Maria Bigos. Am Mittwoch, 14. Juni, wollen sie in der Bezirksverordnetenversammlung den Antrag stellen, Cannabis im Rahmen eines weiteren Modellprojekts zu legalisieren. Und nennen Voraussetzungen, bei denen man in Kreuzberg neidisch werden könnte.
Kiffen in Berlin-Pankow: Mögliche Cannabis-Felder sind ganz nah
Erfolgsfaktor Nummer eins für eine mögliche Vorreiterrolle Pankows: Die geografische Nähe zu Anbaugebieten. „Die Lage als Außen- und Innenbezirk und Nähe zu landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau ist ein klarer Vorteil von Pankow“, schreiben die Linken-Politiker in ihrem Antrag. Was sogar insofern stimmt, weil Pankow nicht unbedingt Brandenburgs Äcker braucht, sondern selbst mit bekannten Agrarflächen gesegnet ist. Man nehme nur die Elisabeth-Aue, die SPD-Senator Christian Gaebler mit 5000 Wohnungen ausstatten möchte. Auch in der Umgebung von Karow, Blankenburg oder Buch befinden sich Felder, auf denen Landwirte bislang nur Dinge aussähen, die keinen Rausch auslösen.
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Wie sich ein Cannabis-Versuch auf einen Berliner Bezirk auswirkt, auch das ließe sich in Pankow besonders professionell untersuchen. Dies ist der zweite wesentliche Grund, den die Linke anführt. „Die Dichte an wissenschaftlichen Einrichtungen spricht zusätzlich für eine Bewerbung Pankows“, heißt es wohl mit Blick auf den Campus Buch mit dem renommierten Max-Delbrück-Centrum. Deren Arbeit könnte ein Kiffer-Versuch zusätzliches Renommee verschaffen – „das regionale Modellvorhaben würde den Bezirk außerdem als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort stärken und auch international bekannter machen.“

Berlin fällt negativ auf mit dem bundesweit niedrigsten Einstiegsalter für Kiffen
Tatsächlich nennt die Linke einen bedenklichen Anlass für die Einbringung des Antrags: Unkontrolliertes Kiffen schadet der Jugend – und auch dies könnte im kinderreichsten Bezirk eine besondere Rolle spielen, wenn man nicht gegensteuert mit einer staatlich geregelten Abgabe der Droge. „Durch die derzeitige Nichtregulierung des illegalen Schwarzmarktes ist weder ein wirksamer Jugendschutz noch der Gesundheitsschutz der Konsument*innen gewährleistet. Berlin hat mit durchschnittlich 14,6 Jahren bundesweit das jüngste Einstiegsalter beim Kiffen“, heißt es im Antrag. „Je früher Jugendliche Alkohol und Drogen konsumierten, desto größer ist das Risiko, später eine Suchterkrankung zu entwickeln.“
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