Aufatmen bei Schülern und Eltern des Gymnasiums am Europasportpark (GESP) in Pankow: Die Schule in Berlin ist Anfang der Woche problemlos in den angekündigten Präsenzbetrieb zurückgekehrt. Ob der Unterricht in den Räumen der mängelbelasteten Schule möglich sein würde, darüber hatte bis zum Überraschungsbesuch von Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Freitag Unklarheit geherrscht.

„Meine Tochter kam zufrieden aus der Schule zurück“, sagt Gesamtelternvertreter André Mors. Sie und seiner Beobachtung nach auch viele Mitschülerinnen und Mitschüler seien froh, nicht mehr wie zu Corona-Zeiten ins Homeschooling zu müssen. Im GESP funktioniere die Klassengemeinschaft, gleichzeitig werden die Eltern entlastet, die nicht erneut für adäquate Lernbedingungen in den eigenen vier Wänden sorgen müssen.

„Trümmer-Schule“ von Pankow hat weiter Mängel

Das heißt jedoch nicht, dass die Schule nach Reparatur der dringendsten Schäden nun praktisch mängelfrei sei. „Die Schüler kennen es teilweise gar nicht anders“, so Mors. Gelüftet werde zum Beispiel in Verbindung mit geöffneten Klassenraumtüren. „Einige Kinder sitzen deswegen im Zug, während bei anderen kaum ein Luftaustausch stattfindet.“

Das Symbolbild für eine Berliner Protestbewegung: Ein Fensterrahmen im Pankower Gymnasium am Europasportpark zeigt gefährliche Missstände durch verschleppte Baumaßnahmen.
Das Symbolbild für eine Berliner Protestbewegung: Ein Fensterrahmen im Pankower Gymnasium am Europasportpark zeigt gefährliche Missstände durch verschleppte Baumaßnahmen.© Thomas Schubert

Dass das Gymnasium in Pankow weitergehende Mängel hat, ist dabei auch der Bauaufsicht des Bezirks klar. „Der augenscheinlich insgesamt marode Zustand des Schulgebäudes ist unstrittig. Eine konkrete Gefährdung durch Fenster, die eine sofortige Schließung der Schule oder von Teilbereichen zur Folge hätte, konnte am Tag der Besichtigung nicht festgestellt werden“, zitiert die Schulleitung einen Bericht der Behörde auf ihrer Homepage.

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Durch Reparaturen in den Ferien sind laut Direktorin Katrin Schäffer mindestens zwei Fenster pro Klassenraum sicher zu öffnen, sodass immerhin ein Querlüften möglich ist. Das Gesundheitsamt sei gebeten worden, eine Einschätzung dieser Situation anzugeben. „Die Antwort steht noch aus“, so die Schule.

Beim Besuch von Berlins Regierender Bürgermeisterin in Pankow hätten sowohl der Bezirk als auch das GESP deutlich gemacht, dass die Schule dringend eine verlässliche Perspektive für die kommenden Jahre benötige. „Frau Giffey hat ihre Unterstützung zugesagt“, so Direktorin Schäffer.

Gymnasium am Europasportpark: Spitzengespräch mit Giffey am Freitag im Roten Rathaus

An diesem Freitag ist dazu für 13 Uhr ein Spitzengespräch im Roten Rathaus angesetzt. Teilnehmen sollen neben der Regierenden Bürgermeisterin auch Finanzsenator Daniel Wesener (Grüne), Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD), Bezirksamt und Teile der Schulgemeinschaft.

Eine bereits vorab geplante Demo von Eltern und Schülern vom Gymnasium am Europasportpark zum Regierungssitz soll indes trotzdem stattfinden. „Wir rennen den Verantwortlichen seit 2016 hinterher, deswegen herrscht großes Misstrauen“, sagt Elternvertreter Mors. Bereits damals sei eine Sanierung versprochen worden.

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Die Mütter und Väter hätten sich deshalb in einer turbulenten aber zugleich konstruktiven Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich entschieden, trotzdem für eine Verbesserung der Unterrichtsbedingungen auf die Straße zu gehen. Gestartet wird jetzt gegen 12 Uhr vor der Schule in Pankow. Während ein Teil der Elternvertreter im Roten Rathaus mit am Tisch sitzt, will der Rest seine Unterstützung vor der Tür kund tun.