Analyse zum Cleanup-Day

Spielplätze als Deponien: Pankows schlimmste Müll-Ecken

| Lesedauer: 4 Minuten
Putzaktionen wie der große Cleanup im Mauerpark am 17. September ab 14 Uhr können das Fehlverhalten von Abfallsündern nicht ungeschehen machen. Trotzdem setzen Freiwillige ein Zeichen.

Putzaktionen wie der große Cleanup im Mauerpark am 17. September ab 14 Uhr können das Fehlverhalten von Abfallsündern nicht ungeschehen machen. Trotzdem setzen Freiwillige ein Zeichen.

Foto: Thomas Schubert

Sondermüll im Grünen und verdreckte Spielplätze: Pankow sieht die Hotspots dort, wo sich Familien wohlfühlen wollen. Ein Überblick.

Berlin. Der World Cleanup Day mag fest datiert sein – in Pankow, dem einwohnerstärksten Bezirk vergeht kein Tag, an dem Profis aufs Putzen verzichten könnten. Wo genau die Hotspot-Gebiete zwischen Buch und Prenzlauer Berg liegen, hat die Berliner Morgenpost nun abgefragt. Das Ergebnis wird jene überraschen, die Partyorte in Parks oder im öffentlichen Raum für das größte Übel halten. Tatsächlich bereiten den Behörden vor allem solche Stellen sorgen, wo sich Familien erholen wollen. Und wo man Sauberkeit als selbstverständlich erachten könnte.

„Nach unseren Beobachtungen finden sich häufige, illegale Müllablagerungen und insbesondere auch Sonderstoffe in den Landschafts- und Naturschutzgebieten in Blankenfelde, Buchholz, Blankenburg, etwa in den Neue Wiesen am Luchgraben“, berichtet Umwelt-Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) auf Anfrage.

Pankow beklagt Müllhalden auf Spielplätzen - Schwerpunkt ist Prenzlauer Berg

In Bereichen ohne Grünanlagen verlagere sich der Müll nach aktuellen Beobachtungen ausgerechnet auf die Spielplätze. Genau benennen kann das Pankower Ordnungsamt die Örtlichkeiten, wo Bürger über die Zentralen Anlauf- und Beratungsstelle (ZAB) am häufigsten Abfallfunde melden. Und das sind nach einer aktuellen Auswertung diese Gebiete, allesamt in dicht bewohnten Kiezen in Prenzlauer Berg:

1. Bereich zwischen Schönhauser Allee und Prenzlauer Allee

2. Bereich zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße

3. Bereich Kopenhagener Straße bis Schönhauser Allee - Norwegerstraße

4. Bereich zwischen Raumer Straße und Schliemannstraße und Senefelderstraße

5. Bereich zwischen Stargader Straße und Lychener Straße

Beim Müllaufkommen in den Parks liegt laut Stadträtin Anders-Granitzki der Schwerpunkt in einwohnerstarken Gegenden von Prenzlauer Berg und Weißensee. Dabei lautet die negative Hitliste so:

1. Mauerpark und am Falkplatz

2. Park am Weißen See

3. Anton-Saefkow-Park

4. Ernst-Thälmann-Park

5. Volkspark Prenzlauer Berg

Doch wie lässt sich Unrat künftig zügiger beseitigen, damit Bürger nicht erst Dreckecken melden müssen? Eine Verbesserung der Lage verspricht sich das Bezirksamt Pankow von einer geplanten Überarbeitung des Berliner Abfallgesetzes: „Im Kern geht es darum, dass die BSR künftig die originäre Zuständigkeit zur Beseitigung sämtlicher illegaler Müllablagerungen erhalten soll – also unabhängig von der jeweiligen Abfallart und des jeweiligen Ablageortes“, erklärt Anders-Granitzki. Bislang verliert man durch unterschiedliche Zuständigkeiten und Regelungen zu viel Zeit und Kraft.

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Wer sich im Sinne der Sauberkeit anstrengen möchte, kann an diesem Wochenende bei mehreren Cleanup-Veranstaltungen im Bezirk in Aktion treten. Eine der wichtigsten: Der große Putz im Berliner Mauerpark.

Rekordverdächtig: Grün Berlin meldet schon über 3200 Kubikmeter Müll im Mauerpark

Hier spitzt sich die Abfall-Problematik laut der Landesfirma Grün Berlin seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich zu. Waren es im Jahr 2020 im Mauerpark noch rund 1500 Kubikmeter Haus- und Sperrmüll, die entsorgt werden mussten, so waren es im vergangenen Jahr rund 2500 Kubikmeter. „Insbesondere im Mauerpark konnten wir in diesem Jahr nochmals eine starke Steigerung des Müllaufkommens beobachten. So sind bereits bis jetzt allein rund 3220 Kubikmeter Müll angefallen, das sind bereits jetzt rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr“, berichtet eine Sprecherin die unappetitliche Lage.

Große Cleanup-Aktion im Mauerpark am 17. September ab 14 Uhr

Zum World Cleanup-Aktionstag wollen Freiwillige dem Trend entgegenwirken und die Anlage zwischen Graffitiwand und Trödelmarktfläche mit Greifern und Müllsäcken von Unrat befreien. Wer dem Aufruf des Berliner Entsorgungsunternehmen Black Forest Solutions folgen will, kann sich ab 14 Uhr vor Ort an der Gleimstraße 55 einfinden und bekommt die Ausrüstung gestellt. Am Abend nach Beendigung der Reinigung gegen 18 Uhr können sich die Freiwilligen über die Grundreinigung eines der meistbesuchten Orte im Bezirk freuen. Zumindest zeitweilig.

• Einen Überblick zu allen Berliner Cleanup-Aktionen gibt es hier: https://worldcleanupday.de/veranstaltungen/