Prenzlauer Berg

Geisterrad mit Teddy erinnert an getöteten Fünfjährigen

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An der Unfallstelle im Bereich der Gudvanger Straße in Prenzlauer Berg weist seit dem Wochenende ein „Geisterfahrrad“ auf den Tod des Jungen hin.

An der Unfallstelle im Bereich der Gudvanger Straße in Prenzlauer Berg weist seit dem Wochenende ein „Geisterfahrrad“ auf den Tod des Jungen hin.

Foto: Netzwerk Fahrradfreundliches Pankow / Berliner Morgenpost

Protestfahrt und Mahnmal nach einem tödlichen Verkehrsunfall in Prenzlauer Berg – Initiativen fordern abermals die „Vision Zero“ ein.

Berlin. Es ist der vierte getötete Berliner Radfahrer in diesem Jahr – und der Fall des Fünfjährigen, der in Prenzlauer Berg bei einem Unfall sein Leben verlor, bewegt nicht nur Initiativen wie Changing Cities und den ADFC in besonders hohem Maße. Seit diesem Wochenende erinnert ein weißes „Geisterfahrrad“ mit Plüsch-Teddybär auf dem Gepäckträger an den Verkehrsunfall an der Ecke Wichertstraße und Gudvanger Straße.

Am 30. Juni hatte nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei der Pkw eines 79-jähriger Autofahrers den Jungen erfasst. Das Kind hatte offenbar an der Mittelinsel in Höhe der Gudvanger Straße gewartet und war dann mit seinem Fahrrad auf die Straße gerollt, wo ihn der Pkw des 79-Jährigen rammte und zu Boden stieß. Im Krankenhaus konnten Ärzte dem Kind nicht mehr helfen – es verstarb am folgenden Tag an seinen schweren Verletzungen.

Mit einer Protestfahrt verschiedener Initiativen, darunter des Vereins Changin Cities und des Netzwerks Fahrradfreundliches Pankow, mahnten Demonstranten Maßnahmen an, um in Berlin die so genannte „Vision Zero“ zu erreichen – also das Ziel, dass keine tödlichen Unfälle mehr zu beklagen sind. Auch der ADFC Berlin bekräftigte bei der Protestfahrt von der Unfallstelle in Prenzlauer Berg zum Roten Rathaus „die Zielsetzung des Mobilitätsgesetzes, dass sich keine Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden ereignen“.

Nach tödlichem Unfall in Prenzlauer Berg: ADFC fordert Pflicht für Notbremssysteme

Außerdem fordert der Club Konsequenzen bei der Ausstattung von Autos: „Pkw sollten verpflichtend mit Technik ausgestattet werden, die tödliche Kollisionen verhindert“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Bei Twitter forderte das Netzwerk Fahrradfreundliches Pankow auch den Entzug des Führerscheins für Autofahrer, die nicht mehr in der Lage sind, eine Notbremsung einzuleiten, wenn ein Kind mit Fahrrad auf die Straße rollt.

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Changing Cities stößt nach dem Tod des Fünfjährigen außerdem eine neue Debatte zur weitreichenden Absenkung der Höchstgeschwindigkeit in Berlin auf 30 km/h ab. Aber selbst das könnte in Notfällen wie diesem noch zu viel sein, wie Sprecherin Ragnhild Sørensen sagt: „Auch wenn die Unfallfolgen von Tempo 30 weit geringer sind als bei Tempo 50, ist Tempo 30 immer noch viel zu schnell auf Kita- und Schulwegen.“ In diesem Bereich von Prenzlauer Berg gibt es gleich mehrere Einrichtungen dieser Art.

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