Jungbäume gehen ein

Neun Stämme zersägt: Teurer Baum-Vandalismus in Pankow

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Es war einmal ein Baum: Das Bezirksamt Pankow muss frisch gepflanzte Gehölze nach einem Vandalismusvorfall wieder beseitigen. Die Polizei soll den Verantwortlichen ermitteln.

Es war einmal ein Baum: Das Bezirksamt Pankow muss frisch gepflanzte Gehölze nach einem Vandalismusvorfall wieder beseitigen. Die Polizei soll den Verantwortlichen ermitteln.

Foto: Thomas Schubert / Berliner Morgenpost

Das Bezirksamt Pankow beklagt die Zerstörung von neun frisch gepflanzten Bäumen in Prenzlauer Berg – und einen Schaden von 20.000 Euro.

Berlin. Abermals meldet der Bezirk Pankow die mutwillige Zerstörung von neu gepflanzten Bäumen durch Unbekannte. Im vergangenen Herbst wurden Gehölze an der Heinrich-Mann-Straße gekappt und durch Neupflanzungen ersetzt. Diesmal traf es gleich neun Jungbäume in der Diesterwegstraße in Prenzlauer Berg – gleich hinter dem Sitz des Bezirksamts.

Laut einer neuen Mitteilung aus dem Grünflächenamt seien die Stämme von acht Jungbäumen angesägt und der Stamm eines frisch gepflanzten Baumes komplett durchtrennt worden. „Die beschädigten Bäume können leider nicht erhalten werden und müssen gefällt werden. Allein dabei ist ein geschätzter finanzieller Schaden in Höhe von 19.200 Euro für die Anschaffung und Entwicklungspflege der Bäume entstanden“, mahnt die Abteilung der zuständigen Abteilung von Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) nach dem Vorfall.

In Pankow kämpfen Bürger um jeden Baum – doch Vandalismus bremst die Aufforstung

Dennoch plant der Bezirk, die Aufforstung von Straßenbäumen fortzusetzen, zumal Bürger immer wieder gegen Fällungen die Stimme erheben und vor allem in Prenzlauer Berg Initiativen für den Grünerhalt kämpfen. Zum Beispiel hatte zuletzt die Gruppe „Grüner Carl“ aus der Wohnstadt Carl Legien im Winter eine Protestaktion gegen den Bezirk Pankow gestartet, weil der durch einen Kahlschlag einen denkmalgerechten Zustand der Vorgärten in der Welterbe-Siedlung erwirken wollte. Stattdessen sollte es an anderer Stelle Neupflanzungen geben, hieß es zur Versöhnung nach dem Streitfall. Doch die Schädigung von Jungbäumen zeigt, dass solche Kampagnen offenbar nicht überall erwünscht sind.

Angesichts des Klimawandels und der angespannten Haushaltslage sei die bewusste Schädigung von Jungbäumen umso bedauernswerter für den Bezirk Pankow und seine Bewohnerinnen und Bewohner, lautet dementsprechend die Erklärung aus dem Amt.

Baum-Vandalismus: Bezirk Pankow stellt Strafanzeige bei der Polizei

Man wolle nun versuchen, den Verlust der neun Bäume in der Diesterwegstraße in diesem Herbst durch Neupflanzungen auszugleichen. „Leider wiederholt ein äußerst bedauerlicher Fall von Vandalismus, der mir völlig unverständlich ist“, kommentiert Anders-Granitzki die paradoxe Situation, dass viele Anwohner Neupflanzungen fordern, aber andere solche Projekte sabotieren. Nun ist der Fall Sache für Ermittler – denn der Bezirk lässt die Angelegenheit nicht auf sich beruhen, sondern stellt eine Strafanzeige bei der Polizei.

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