Den Ernst-Thälmann-Park kennt man. Spätestens seit der Debatte über den Abriss des kolossalen Denkmals für den sozialistischen Helden vor sechs Jahren ist dieser Ort auch außerhalb Berlins ein Begriff. Aber der schmale Grünstreifen auf der gegenüberliegenden Seite des steinernen Thälmann-Kopfes? Selbst so manchem langjährigen Anwohnern im Süden von Prenzlauer Berg fällt nicht ein, wie er heißt. Und damit fängt die Misere des Anton-Saefkow-Parks schon an.
Als grüner Korridor zieht sich dieser Erholungsort seit den 50er-Jahren zwischen Greifswalder und Kniprodestraße entlang. Zuletzt war er so verwildert, dass er mehr einer Brachfläche glich als einem städtischen Park. Für das Bezirksamt Pankow war das 2017 Grund genug, die acht Hektar große Anlage mit dem Namen des NS-Widerstandskämpfers Anton Saefkow von Grund auf zu sanieren.
Jetzt sieht man Ergebnisse: An der Greifswalder Straße zeigt sich der Brunnen namens „Knabe mit Fisch“ im restaurierten Zustand. Neue Bänke sind ebenso in matter Holzoptik gehalten wie die dazugehörigen Papierkörbe. Das Bezirksamt erklärt den ersten Bauabschnitt für vollendet. „Neben der Erneuerung von Wegen in diesem Bereich erfolgt auch eine Neubepflanzung der Rosenbeete am Brunnen und am Anton-Saefkow-Denkmal“, teilt die Abteilung von Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) zum Sachstand der Sanierung mit. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt beginnen. Erwartete Fertigstellung: 2020.
Sportbereich mit Trimm-Dich-Geräten geplant
In der Zwischenzeit ist der Saefkow-Park ein geteilter Ort. Im fertig sanierten Nordteil bestimmen die neuen Sitzgruppen und akkuraten Geländer entlang der Tennenwege das Bild. Im Süden stolpern Jogger weiter über welligen Asphalt, vorbei an abgerissenen Mülleimern und beschmierten Steinwänden. Wo der Weg aufhört und die Wildnis anfängt, ist im Dickicht kaum auszumachen. Nicht von ungefähr gilt es für das Bezirksamt als eines der wichtigsten Ziele, neue Wege zu markieren und die schon vorhandenen deutlicher hervorzuheben. Dank einer Förderung aus dem Stadtumbau-Programm des Senats liegen insgesamt rund 1,5 Millionen Euro bereit.
„Ich finde es gut, dass nicht nur Geld für bekannte Grünanlagen wie den Mauerpark und den Volkspark Friedrichshain da ist“, sagt Eric Rossmann. Der junge Familienvater zog mit Frau und Tochter wegen der vergleichsweise günstigen Mieten in das Plattenbauviertel am Thälmann-Denkmal, wo die DDR zeigen wollte, wie man in Prenzlauer Berg künftig wohnen soll. Heute gehört die Siedlung zu den vernachlässigten Kiezen. Und der Saefkow-Park soll diesen Eindruck ändern. Eric Rossmann freut sich schon auf eine Neuerung, die demnächst zu sehen sein wird: Ein Sportbereich mit Trimm-Dich-Geräten: „Dann muss ich meine Kraftübungen nicht mehr auf dem Spielplatz machen.“



