Anton-Saefkow-Straße

Pankow streicht Fahrradstraße nach Autofahrer-Protest

Der Bezirk Pankow will eine erst vor kurzem eingerichtete Radstraße aufheben. Das wurde in einem Verkehrsausschuss beschlossen.

Stopp einer Radstraße in Prenzlauer Berg (Symbolbild)

Stopp einer Radstraße in Prenzlauer Berg (Symbolbild)

Foto: Marion Hunger

Während Berlin über den Ausbau von Radstreifen und Radstraßen diskutiert und die Senatsverwaltung für Verkehr an einem Mobilitätsgesetz mitsamt mehr Raum für Radfahrer arbeitet, schwingt in Prenzlauer Berg das Pendel zurück. Der Bezirk Pankow will eine erst vor wenigen Monaten eingerichtete Fahrradstraße aufheben. Das hat der Verkehrsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen.

Es geht um die Anton-Saefkow-Straße, eine schmale Verbindung entlang des gleichnamigen Parks zwischen Greifswalder Straße und Kniprodestraße. Im vergangenen Sommer war die Einbahnstraße für Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen geöffnet worden. Verantwortlich war Jens-Holger Kirchner, der grüne Stadtplanungsstadtrat von Pankow. Im neuen rot-rot-grünen Senat ist Kirchner nun als Staatssekretär für die neue Verkehrspolitik zuständig und verhandelt mit dem Volksbegehren Radverkehr über ein neues Gesetz. Kirchner soll die Fahrradinfrastruktur der Stadt erweitern und sucht insgesamt 14 Mitarbeiter für Radverkehrsplanung. Allein in diesem Jahr darf er zehn und im kommenden Jahr 51 Millionen Euro für neue Radwege, Radspuren und Schnellwege ausgeben.

Stopp einer Radstraße in Prenzlauer Berg

In Prenzlauer Berg jedoch stoppten die Anwohner seine Radstraße. Eine Nachbarschaftsinitiative startete eine Petition, weil das Parken quer zur Fahrbahn verboten worden war und so nach Angaben der Bürger etwa 100 Stellplätze wegfielen. Begründet hatte der Bezirk die Anweisung mit dem Risiko, dass Radfahrer durch rückwärts ausparkende Autos gefährdet würden.

Die SPD in der Bezirksverordnetenversammlung versuchte noch, die Radstraße zu retten. Autofahrer sollten verpflichtet werden, so zu parken, dass sie nur vorwärts losfahren müssten. Solch eine Vorgabe ist aber in der Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen. Jetzt fordert der Bezirk, entlang der Nordseite des Sträßchens einen Radweg anzulegen. Bis das geschieht, dürfen auch Radfahrer wegen der Einbahnstraße nur in einer Richtung unterwegs sein.

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