Drei Tage, nachdem Melanie Rehberger (30) von einem Spaziergänger an einem Bahndamm der S-Bahn tot aufgefunden wurde, sucht die Berliner Polizei in der Pankower Grünanlage an der Straße Esplanade Ecke Dolomitenstraße weiter nach Spuren. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise zum Täter. Wie und zu welchem Zeitpunkt die Frau ums Leben kam, ist ebenfalls noch Gegenstand der Ermittlungen. „Es ist noch völlig unklar, was passiert ist“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch. Fest stehe, dass die Frau durch „Fremdverschulden“ starb, also getötet wurde.

Um den Fall aufzuklären, suchten die Polizisten schon am Morgen in Gebüschen und Sträuchern nach Hinweisen und stiegen dazu auch auf eine Anhöhe, die zu der Bahnanlage führt. Bei den Beamten handelte es sich um eine Einsatzhundertschaft, die für die fünfte Mordkommission ermittelt. Diese hatte die Arbeit aufgenommen, da die Polizei aufgrund der Art und Weise, wie die Frau am Sonntagvormittag aufgefunden wurde, von einem Tötungsdelikt ausgegangen war.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost lag die seit Sonnabend als vermisst gemeldete Melanie Rehberger längere Zeit am Fundort, der Verwesungsprozess war schon fortgeschritten. Beamte konnten sie trotzdem identifizieren. Die 30-Jährige wohnte in der Nähe des Fundortes. Laut Informationen der „BZ“ hatte sich die Social-Media-Beraterin am Freitagnachmittag nur einen Kaffee holen wollen, bevor sie verschwand. Bei Freunden habe sie als zuverlässig gegolten, hieß es.

Polizeifahrzeuge in der Nähe des Fundorts
Polizeifahrzeuge in der Nähe des Fundorts© Charlene Rautenberg | Charlene Rautenberg

Angrenzende Kleingärtner sind besorgt

In der Parkanlage deutet auf den ersten Blick nichts darauf hin, dass dort vor wenigen Tagen ein Mensch umgebracht wurde. Gegenüber den Bahngleisen, an denen die 30-Jährige gefunden wurde, sieht man nur einen Strauß verwelkter Rosen. Möglicherweise wurde er dort zum Gedenken an die junge Frau hingelegt.

Die Besitzer der angrenzenden Kleingärten sind besorgt, seitdem sie hörten, dass Melanie Rehberger in der Nähe ermordet wurde. „Jetzt ist nichts mehr, sowie es mal war“, sagt Sybille T. aus Treptow. Die 75-Jährige kommt seit knapp 50 Jahren fast jeden Tag in ihren Garten, den sie mit ihrem Mann teilt. Von dort habe sie Melanie R. mehrmals gesehen. „Sie saß etwa 40 Meter weit weg an einem Baum und hat ein Büchlein gelesen“, sagt die Rentnerin. Die Gegend hat sie immer als sicher empfunden. „Bis auf die Diebe, die klauen hier auch tagsüber“, sagt sie.

In der Nähe des Fundorts der Leiche liegt ein Strauß Rosen
In der Nähe des Fundorts der Leiche liegt ein Strauß Rosen© Charlene Rautenberg | Charlene Rautenberg

Als am vergangenen Sonntag Freunde von Melanie R. mit einem Foto der Vermissten vor seiner Gartentür standen, war auch Andreas A. ratlos. „Hier rechnet man nicht damit, weil es auch zu später Stunde immer sehr belebt ist“ , so der 55-Jährige. „Seitdem die Drogenszene hier vor einigen Jahren verschwand, trifft man nur noch ab und zu auf Graffiti-Sprayer. Die vermüllen zwar alles, sind aber harmlos“, sagt er. Wie die anderen Kleingartenbesitzer hofft er, dass der Fall schnell aufgeklärt wird. „Aber die Unbeschwertheit ist jetzt weg.“

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