Pankow

Mordfall Melanie Rehberger - Polizei bittet um Mithilfe

Am Sonntag wurde die 30-Jährige tot in Pankow an einer S-Bahn-Trasse gefunden. Die Ermittler suchen nach Zeugen und Hinweisen.

Mit diesen Bildern sucht die Berliner Polizei nach dem Mörder von Melanie Rehberger

Mit diesen Bildern sucht die Berliner Polizei nach dem Mörder von Melanie Rehberger

Foto: Polizei Berlin/Charlene Rautenberg/Montage: BM

Berlin.  Nach dem Mord an der 30-jährigen Melanie Rehberger in Pankow hat die Polizei Bilder des Opfers und ein Foto der Mütze des Täters veröffentlicht. Die 5. Mordkommission hofft, dadurch wichtige Hinweise bei der Suche nach dem Täter zu bekommen. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass die 30-Jährige sich heftig wehrte und der Täter Kratzspuren an den Unterarmen aufweisen muss.

Die Leiche der jungen Frau wurde am Sonntag an der parallel zur Dolomitenstraße in Pankow verlaufenden S-Bahntrasse aufgefunden. „Aufgrund der Gesamtumstände ist von einem Tötungsdelikt auszugehen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde die Tat am Freitag, den 25. Mai 2018, zwischen 16 und 19 Uhr verübt“, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit. Das Opfer war zur Tatzeit mit einem Kleid sowie Flip-Flops bekleidet. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hat sie sich längere Zeit an dem begrünten Hang an der Bahntrasse aufgehalten.

Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang nach einem Exhibitionisten, der sich öfters in dem Bereich, in dem der Mord geschah, aufgehalten haben soll. „Aus dem Februar 2018 liegt aus dem Bereich Dolomitenstraße eine Strafanzeige im Zusammenhang mit einem Exhibitionisten vor“, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Die Ermittler wollen nicht ausschließen, dass es sich bei diesem Mann um den Täter handeln könnte. Außerdem haben die Ermittler in Tatortnähe eine Mütze gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter sie getragen hat.

Kleingärtner in der Nähe sind nach Todesfall besorgt

Am Mittwoch hatte eine Einsatzhundertschaft der Polizei in der Pankower Grünanlage an der Straße Esplanade Ecke Dolomitenstraße noch einmal nach Spuren gesucht. Die Beamten durchkämmten Sträucher und suchten im Unterholz weiter nach Spuren.

In der Parkanlage selbst deutet auf den ersten Blick nichts darauf hin, dass dort vor wenigen Tagen ein Mensch umgebracht wurde. Gegenüber den Bahngleisen, an denen die 30-Jährige gefunden wurde, sieht man nur einen Strauß verwelkter Rosen. Möglicherweise wurde er dort zum Gedenken an die junge Frau hingelegt. Die Besitzer der angrenzenden Kleingärten sind besorgt, seitdem sie gehört haben, dass Melanie Rehberger in der Nähe ermordet wurde.

Eine Kleingärtnerin berichtete der Berliner Morgenpost, dass sie Melanie Rehberger mehrmals gesehen habe. „Sie saß etwa 40 Meter weit weg an einem Baum und hat ein Büchlein gelesen“, sagte Sybille T (75). Sie selbst habe die Gegend immer als sicher empfunden. „Bis auf die Diebe, die klauen hier auch tagsüber“, sagt die Kleingärtnerin. Als am vergangenen Sonntag Freunde von Melanie Rehberger mit einem Foto der Vermissten vor seiner Gartentür standen, war auch Andreas A. ratlos. „Hier rechnet man nicht damit, weil es auch zu später Stunde immer belebt ist“, so der 55-Jährige. „Seitdem die Drogenszene hier vor einigen Jahren verschwand, trifft man nur noch ab und zu auf Graffiti-Sprayer. Die vermüllen alles, sind aber harmlos“, sagt er. Wie seine Nachbarn hofft er, dass der Fall schnell aufgeklärt wird.

Die Ermittler der 5. Mordkommission fragen nun: Wer hat Melanie Rehberger am Freitag, den 25. Mai 2018, in den Nachmittagsstunden im Bereich der Dolomitenstraße/Esplanade beziehungsweise an der S-Bahntrasse gesehen? Wer kann Angaben zu möglichen Begleitern von Melanie Rehberger zu diesem Zeitpunkt machen? Gibt es Personen, die in diesem Bereich auch einen Exhibitionisten beobachtet haben, dies jedoch bisher nicht bei der Polizei gemeldet haben? Der Täter hat bei der Tat nachweislich die hier abgebildete Mütze verloren. Wer kennt Personen, die bis zum 25. Mai 2018 im Besitz einer solchen Mütze waren, fragt die Mordkommission weiter.

Polizei: Kratzspuren an den Armen des Täters

Weiter gehen die Ermittler genauer auf die Kratzspuren ein. Der Täter müsse sie an den Armen, am ehesten im Bereich der Unterarme, davongetragen haben. Wer kann Hinweise auf Personen geben, die seit dem 25. Mai 2018 über solche Verletzungen verfügen?

Hinweise zu den neuen Ermittlungsergebnissen nimmt die 5. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße – unter der Rufnummer (030) 4664-911 555 – oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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