Die Eltern der 574 Kinder, die die Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule in Pankow besuchen, fordern eine eigene gymnasiale Oberstufe für die Schule. In einem offenen Brief der Gesamtelternvertretung an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) heißt es: „Wir kämpfen gemeinsam mit der Schulleitung um eine eigene Oberstufe.“ Es habe zwar wohlwollende Aussagen von der Senatorin gegeben, eine verbindliche Zusage sei aber nach wie vor nicht in Sicht.
Die Eltern wehren sich in dem offenen Brief gegen das Vorhaben der Bildungsverwaltung, eine Kooperation mit dem Oberstufenzentrum Bürowirtschaft anzustreben. Elke Redemann-Paul, Vorsitzende der Gesamtelternvertretung, sagt, dass die Wilhelm-von-Humboldt-Schule sehr erfolgreich sei, es gebe deutlich mehr Anmeldungen als Schulplätze. „Die Schule hat ein eigenes Konzept des individuellen selbstständigen Lernens. Wir wollen, dass dieses Konzept auch in der Oberstufe weitergeführt wird.“ Wenn aber die Schüler an das OSZ wechseln müssten, sei die Kontinuität in Gefahr. „Diese Lösung bräuchte nicht nur mehr Räume, sondern auch deutlich mehr Personal“, heißt es in dem offenen Brief.
In der Bildungsverwaltung favorisiert man indes die Kooperationslösung mit dem OSZ Bürowirtschaft. Beate Stoffers, Sprecherin von Senatorin Scheeres, sagt, dass in dieser Hinsicht bereits viele Gespräche geführt worden seien. „In der kommenden Woche wird es weitergehen. Wir holen dann die Leitungen beider Schulen an einen Tisch“, sagt Stoffers. Die Raumfrage müsse aber in jedem Fall im Bezirk gelöst werden.
Pankow hat Probleme, allen Kinder Schulplatz anzubieten
Die Eltern wollen bereits am Mittwoch ihre Forderungen kund tun. Zwischen 17 und 18 Uhr wollen sie auf dem Gelände der Bezirksverwaltung Pankow an der Fröbelstraße für eine eigene Oberstufe demonstrieren. Elternvertreterin Redemann-Paul sagt, dass die Eltern sogar zehn mögliche Standorte für die Oberstufe zusammengetragen haben. „An der Raumfrage kann es nicht liegen.“ So könne die Oberstufe zum Beispiel in einem ehemaligen Schulgebäude an der Pasteurstraße untergebracht werden oder im ehemaligen Sportgymnasium im Bötzow-Viertel. Dass diese Standorte nicht unmittelbar in der Nähe des jetzigen Schulgebäudes am Humanplatz liegen würden, sei kein Problem. „Wir finden es sogar besser, wenn die größeren Kinder einen anderen Bewegungsraum haben.“
Die Bildungsstadträtin von Pankow, Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD), sagt, dass es einen Schulentwicklungsplan für Pankow gibt, in den man nicht ohne Weiteres eingreifen könne. „Wir haben Probleme, alle Kinder des Bezirks mit Schulplätzen zu versorgen.“ Besonders schwierig sei es im Grundschulbereich. „Wir prüfen dennoch die Vorschläge“, so die Stadträtin. Unter anderem einen Ergänzungsbau. Dafür wäre aber Geld nötig, das der Bezirk nicht habe.





