Aus einem ehemaligen Karstadt-Gebäude und einem Parkhaus in der Karl-Marx-Straße in Neukölln sollte mit Kalle Neukölln ein moderner Kreativ- und Arbeitskosmos mit Büros, Veranstaltungsflächen, einem Food-Markt und einem öffentlich zugänglichen Dachgarten entstehen.
Doch nur wenige Monate nach dem Start steht die Markthalle vor einer schwierigen Phase. Wie der rbb in der „Abendschau“ berichtet, hat die Betreibergesellschaft der im Erdgeschoss angesiedelten Kalle Halle GmbH Insolvenz angemeldet.
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Zwischen dem Eigentümer des Gebäudekomplexes und dem bisherigen Betreiber gebe es nun Streit.
Eigentümer erhebt schwere Vorwürfe gegen Betreiber
Der Immobilienentwickler und Eigentümer des Kalle-Komplexes, MREI, wirft dem Betreiber Martin Barry vor, seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen zu sein. Gegenüber dem rbb sagte Eigentümer Hans Stier: „Es ist niemals ein einziger Euro Miete gekommen, kein einziger Euro Nebenkosten. Im Gegenteil, wir haben Herrn Barry, der ursprünglich auch noch das Dachgeschoss angemietet hatte, also die doppelte Fläche, dann entlassen aus dem Mietvertrag.“
Martin Barry, Geschäftsführer der Kalle Halle GmbH, äußerte sich gegenüber dem rbb per Videoschalte aus New York (USA) zu den Vorwürfen. Er bestätigte, dass Zahlungen ausgeblieben seien, verwies aber auf wirtschaftliche Schwierigkeiten am Standort. „Die Realität war, dass es an dem Standort zu wenig Laufkundschaft gab, um das Geschäft auf ein Niveau zu bringen, das den Betrieb aufrechterhalten konnte und wir damit auch die Miete zahlen konnten.“
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Außerdem behaupte der Betreiber, das Konzept des gehobenen Essens würde auf der Karl-Marx-Straße nicht aufgehen. Nach Darstellung des Betreibers seien zudem viele Büroräume im Gebäudekomplex unbesetzt geblieben. Dadurch hätten weniger Menschen aus den Büros in der Mittagspause die Food Hall besucht.
Dem widerspreche der Eigentümer. Die Markthalle würde gut laufen. Auch das Projekt wachse stetig, teilt der Eigentümer mit. Bereits für den Herbst stehe der Einzug des „Catalyst Institutes“ mit über 5.000 Quadratmeter Campusfläche bevor, was hunderte Studentinnen und Studenten sowie Dozenten täglich ins Haus bringen werde.
Gastronomen übernehmen die Verantwortung
Trotz der Insolvenz soll die Food Hall nicht schließen. Die zwölf dort vertretenen Gastronomiebetriebe übernehmen künftig selbst mehr Verantwortung für den Betrieb, wie der Immobilienentwickler MREI in einer Pressemitteilung schreibt.
Der Eigentümer teilte mit, dass der Vertrag mit dem bisherigen Betreiber aufgelöst worden sei. Die Gastronomen der sogenannten „Stalls“ sollen die Halle künftig eigenständiger führen. MREI unterstütze sie weiterhin bei Infrastruktur und Vermarktung.
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Zudem seien neue Veranstaltungen geplant, um mehr Besucher anzulocken. Auch Self-Order-Terminals sollen künftig die Abläufe in der Halle verbessern.




