In einem Pressegespräch bestätigte Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke), dass im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Neuköllner Jugendzentrum erste personelle Konsequenzen gezogen worden sind: Eine Mitarbeiterin im Jugendamt, die mit dem Fall betraut war, ist versetzt worden. Das teilte Nagel am Mittwochmorgen mit. Näher darauf eingehen wollte sie nicht. Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt es sich dabei aber nicht um die Jugendamtsleiterin. Weitere personelle Auswirkungen wurden nicht ausgeschlossen.
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Erneut kündigte Nagel den baldigen Start eines extern begleiteten Aufarbeitungsprozesses an. Eine Gruppe von unabhängigen Experten solle einberufen werden, die den Sachverhalt aufklären soll. Darunter die Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Familie sowie Experten im Umgang mit Opfern von sexualisierter Gewalt und aus der Jugendhilfe. Auch eine wissenschaftliche Expertise solle in dem Gremium vertreten sein. Noch sei man in Gesprächen, um die Kommission zu vervollständigen.
Erste Zwischenergebnisse des Gremiums erwarte sie Ende Mai, so Nagel. Der finale Bericht solle nach dem Sommer vorliegen. „So ein Bericht enthält üblicherweise Empfehlungen und es ist wichtig, diese dann auch entsprechend umzusetzen“, sagte die Stadträtin.

Wiedereröffnung nur „unter anderen Bedingungen“ möglich
Das Jugendzentrum in der Wutzkeyallee, in dem die mutmaßlichen Übergriffe stattgefunden haben, ist aktuell geschlossen. Eine Wiedereröffnung des Jugendclubs sieht die Stadträtin nur „unter anderen Bedingungen“ möglich. „Es kann nur mit einem anderen pädagogischen Konzept passieren“, so Nagel. Weiter müssten die räumlichen Bedingungen überarbeitet werden. Eine Eröffnung hält die Stadträtin erst in oder nach den Sommerferien für möglich.
Zudem stehe die Überarbeitung von Meldeketten sowie des Krisenmanagements im Jugendamt an. Außerdem solle eine Überprüfung der Schutzkonzepte aller kommunalen Einrichtungen stattfinden. Genauso wie eine Überprüfung des institutionellen Kinderschutzes mit externer Unterstützung.
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Im Jugendzentrum an der Wutzkyallee in Gropiusstadt soll Ende 2025 eine 16-Jährige von Jugendlichen vergewaltigt und später bedrängt worden sein. Erst am 23. Februar dieses Jahres erfuhr die Polizei durch eine Anzeige des Vaters von dem Vorfall. Bis dahin hatten weder das zuständige Jugendamt noch die Einrichtung Anzeige erstattet. Der Fall liegt inzwischen bei den Ermittlungsbehörden von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt.






