Gesundheit

Sozialpsychiatrischer Dienst hat wieder mehr Kapazitäten

2019 war die personelle Lage kritisch, Einsätze wurden stark reduziert. Das hat sich verändert.

Sozialpsyciatrischer Dienst (Symbolbild)

Sozialpsyciatrischer Dienst (Symbolbild)

Foto: Marijan Murat / dpa

Berlin. „Sozialpsychiatrischer Dienst in Neukölln ohne Krisendienst“, das meldete im Juli 2019 das lokale Gesundheitsamt. Erst einen Monat zuvor hatte ein geistig verwirrter Mann bei einem Einsatz zwölf Polizisten verletzt. Der Krisendienst hätte schlichten können. Die Meldung, dass er eingestellt ist, steht auch 2021 noch an prominenter Stelle online. Gibt es also in einer Zeit, in der viele Menschen an psychischen Problemen knabbern, noch immer keinen Notdienst bei Zusammenbrüchen? Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) sagt: Die Situation hat sich deutlich verbessert.

Hintergrund des eingeschränkten Angebotes war 2019 Personalnot. Aufgrund geringer Löhne sei es schwierig, qualifizierte Fachkräfte für Stellen zu gewinnen, hieß es damals in der Erklärung. Die dauerhafte Unterbesetzung erhöhe den Druck auf das Personal, eine hohe Fluktuation sei das Ergebnis. Auch eine Leitung hatte das Gesundheitsamt Ende 2019 nicht mehr.

Übernommen hat im vergangenen Jahr Amtsarzt Nicolai Savaskan in Neukölln. Zwei von drei ausgeschriebenen Stellen seien besetzt, sagt Stadtrat Liecke, weitere Ausschreibungen geplant. Wenn auch Sprechstunden aktuell aufgrund der angespannten Lage nicht stattfinden könnten, so sei das Team des Sozialpsychiatrischen Dienstes doch wieder imstande, in Notfällen auch Hausbesuche zu machen. Außerdem kooperiere man mit der Obdachlosenhilfe.

Erleichtert worden ist der Personalaufbau einerseits durch die sogenannte Stufenvorweggewährung. Beim Land beschäftigte Fachärztinnen und -ärzte können danach frühzeitig in bessere Gehaltsklassen aufsteigen. Andererseits können Verwaltungen – je nach Qualifikation – eine monatliche Fachkräftezulage von bis zu 1000 Euro pro Person abrufen. Dieser Zuschlag sein ein wichtiger Schritt, meint Liecke, „Wir sind auf einem guten Weg“. Eine Imagekampagne soll demnächst noch mehr Menschen für die Arbeit im Gesundheitsamt interessieren.