Berlin-Neukölln

Fixer bekommen Raum an der Karl-Marx-Straße

An der Karl-Marx-Straße dürfen schon bald Drogenabhängige legal Rauschmittel konsumieren. Nicht alle sind davon begeistert.

In dieses ehemalige Ladenlokal an der Karl-Matx-Straße sollen schon bald Drogenabhängige legal ihre Rauschmittel konsumieren dürfen

In dieses ehemalige Ladenlokal an der Karl-Matx-Straße sollen schon bald Drogenabhängige legal ihre Rauschmittel konsumieren dürfen

Foto: Nina Kugler

Berlin.  Lange hatte die Senatsverwaltung für Gesundheit nach einem Standort für einen dauerhaften Drogenkonsumraum in Nord-Neukölln gesucht. Nun ist sie fündig geworden – und jetzt geht alles ganz schnell. Schon am 29. August sollen die ersten Umbaumaßnahmen in dem neuen Standort an der Karl-Marx-Straße 202 beginnen. Bis Ende des Jahres soll der neue Fixpunkt dann einsatzfähig sein. An der Stelle stand bisher das Drogenkonsum-Mobil. Dessen Öffnungszeiten wurden zuletzt von drei auf fünf Tage pro Woche verlängert.

Besonders in der Anwohnerschaft wurden in letzter Zeit kritische Stimmen laut: Eine feste Anlaufstelle für Fixer? In dem ohnehin problembeladenen Kiez kommt diese Idee nicht bei jedem gut an. Seit Jahren gehört Neukölln zu den Drogen-Hotspots der Stadt. Und, so wird aus dem Rathaus Neukölln berichtet, steigen die Zahlen von Konsumenten harter Drogen im Kiez weiter an. Das soll unter anderem mit der Verdrängung Drogenabhängiger aus anderen Bezirken nach Neukölln zusammenhängen.

Auch die Neuköllner CDU spricht sich gegen einen stationären Konsumraum aus. Der Fraktionsvorsitzende im Bezirk, Gerrit Kringel, sagt, dass die Szene sehr mobil sei, wenn es um die Beschaffung und den Konsum von Drogen gehe. „Die logische Konsequenz aus dieser Mobilität muss deshalb in mobilen Beratungs- und Konsumangeboten liegen und eben nicht in festen Drogenkonsumräumen.“ Es fehlt, so Kringel, an einem Berlin weiten Lagebericht zur Drogenszene. „Doch wo es keine Daten, Fakten, Übersichten gibt, kann es auch keine Strategie geben.“

Bezirk und Stadt wollen mit einem Raum, in dem Abhängige unter hygienischen Verhältnissen Drogen nehmen können, verhindern, dass Junkies ihr Heroin auf Kinderspielplätzen, in öffentlichen Parks oder in Hauseingängen konsumieren. Auch könnten sie vor Ort betreut und im besten Fall irgendwann in eine Entzugstherapie vermittelt werden.

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