Neuköllner Bahnhof

Schräge Musik gegen Drogendealer: Projekt wohl gestoppt

Am Bahnhof Hermannstraße sollte atonale Musik Dealer vertreiben. Jetzt macht die Bahn einen Rückzieher. Geräusche soll es dennoch geben

Das Thema Geräusche ist noch nicht endgültig vom Tisch

Das Thema Geräusche ist noch nicht endgültig vom Tisch

Foto: picture alliance

Berlin. Schrille Töne waren am Freitagabend am Eingang zur S-Bahn-Haltestelle Hermannstraße zu hören. Scheppernd, quietschend, disharmonisch. Atonale Musik eben. Genau diesen experimentellen Musikstil wollte die Deutsche Bahn eigentlich künftig im Neuköllner Bahnhof abspielen, um Drogendealer zu vergraulen.

Wie berichtet war das der Plan von Berlins oberstem Bahnhofsmanager Friedemann Keßler. Nun aber fand eben am vergangenen Freitag ein Probelauf für atonale Musik im ­S-Bahnhof Hermannstraße statt, organisiert vom Verein Initiative Neue Musik Berlin. Und neben rund 300 Zuschauern war auch Bahnhofschef Keßler da. Der lauschte rund eine Stunde den verschiedenen Musikern, die hier live atonale Musik spielten, um gegen das Musikkonzept der Deutschen Bahn zu demonstrieren.

„Niemand sollte durch atonale Musik verdrängt werden“, sagte die Organisatorin Lisa Benjes. Ein Satz, der bei Keßler Gehör fand. Im Gespräch mit Benjes versicherte er: „Wir nehmen Abstand von der Idee, atonale Musik in diesem Zusammenhang zu verwenden.“ An seinem Plan, den Bahnhof mit überdimensionierten Aufklebern in Umweltoptik zu verschönern, hält Keßler hingegen weiter fest. Und auch das Thema Geräusche ist für ihn noch nicht endgültig vom Tisch. Aber eben nicht mit atonaler Musik, sondern eher mit Naturgeräuschen.

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