Bei den Ermittlungen im Fall Kristina Hani haben die Ermittler die Hoffnung auf ein Geständnis des mutmaßlichen Täters offenbar aufgegeben. Laut einem Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft bestreitet der 17-jährige Ali K.bis jetzt die Vorwürfe. Die Wahrscheinlichkeit sei gering, dass er sein Verhalten in den nächsten Tagen ändern könnte. Ihm drohen nach geltendem Gesetz im Falle einer Verurteilung maximal zehn Jahre Jugendhaft.
Nachdem der junge Mann am Montag in den Fokus der Ermittlungen geraten war, haben ihn Kriminalbeamte wiederholt vernommen – bislang allerdings ohne Erfolg, Ali K. lässt sich nicht zum Tatvorwurf ein. Dieser lautet „versuchter Mord durch Unterlassen“. Der Begriff Mord findet deshalb Anwendung, weil der mutmaßliche Täter der 14-Jährigen nach der Verabreichung einer großen Dosis Heroin nicht geholfen und sie stattdessen habe sterben lassen, weil er befürchtete, seine Dealertätigkeit könne bekannt werden. Damit könne ihm die sogenannte „Verdeckungsabsicht“ unterstellt werden. Der Zusatz „versucht“ kommt dadurch zustande, dass nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden die Heroinmenge so hoch war, dass Kristina Hani ohnehin gestorben wäre. „Jedoch hat der Täter offenbar gedacht, ihr noch helfen zu können. Da er es dann allerdings dennoch unterlassen hat, verstößt er gegen das Gesetz“, so der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald.
Ali K.kam im Jahre 2004 als minderjähriger Asylbewerber aus dem Libanon nach Deutschland. Er reiste damals allein ein und soll laut Informationen von Morgenpost Online bei den Behörden unterschiedliche Angaben über seinen Geburtstag gemacht haben, weswegen sein genaues Alter nicht hundertprozentig feststeht. Unter anderem lebte er in einer Jugendeinrichtung an der Gubener Straße in Friedrichshain. Dort war er zwar gemeldet, soll allerdings auch bei Freunden und Bekannten gewohnt haben.
Mehrfach in U-Haft gesessen
Wegen des Besitzes von zehn Gramm Heroin wurde er im August des vergangenen Jahres in Untersuchungshaft genommen und in der Folge zu einer Arreststrafe von vier Wochen verurteilt, die auf die Zeit in der U-Haft angerechnet wurden. Im Oktober dieses Jahres wurde er erneut wegen Drogenhandels festgenommen und saß deshalb wieder in U-Haft.
Am 16. April 2007 war die Leiche von Kristina Hani in einem verbrannten Rollkoffer in der Grünanlage Thomashöhe in Neukölln gefunden worden. Schnell stellte sich heraus, dass die Jugendliche mit den langen schwarzen Haaren Kontakte in die Drogenszene hatte. In dieser wurden auch der oder die Täter vermutet. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll Ali K. in Neukölln und Wedding mit Drogen gehandelt und dabei auch sein mutmaßliches Opfer kennengelernt haben.
DNA-Spuren gesichert
Den mutmaßlichen Täter überführten laut Informationen von Morgenpost Online zum einen DNA-Spuren, die am Koffer gesichert wurden. Zudem soll er in der U-Haft über die Tat gesprochen haben. Hinweise, insbesondere zu weiteren Komplizen von Ali K., nehmen weiterhin die 7. Mordkommission unter Tel: 4664911708 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.




