234 Hinweise, aber noch keine heiße Spur – vier Wochen nach dem Mord an der 14-jährigen Kristina Hani aus Neukölln wartet die Kripo bei der Suche nach den Tätern noch immer auf den entscheidenden Durchbruch. Inzwischen konzentrieren sich die Beamten der 7. Mordkommission auf die Drogenszene, zu der die 14-Jährige Kontakte hatte. Thomas Scherhant, Leiter der Mordkommission, hofft, dass die Belohnung, die von 5000 auf 10.000 Euro verdoppelt wurde, Wirkung zeigt. Das Geld wurde von einer Privatperson gespendet, die anonym bleiben will.

Aufschlüsse erhoffen sich die Ermittler auch von einem Stoffrest. Er wurde in dem Koffer gefunden, in dem Kristina Hani am 16. April vermutlich bewusstlos in die Parkanlage Thomashöhe in Neukölln gebracht und verbrannt wurde. Der Stoffrest gehört nach Polizeiangaben vermutlich zu einer Tisch- oder Tagesdecke. „Denkbar ist, dass sich diese Decke in einer Wohnung befand, in der sich das Opfer seine Drogen besorgte“, sagte Scherhant. Kriminaltechniker haben den Stoff einer Spurenuntersuchung unterzogen. Zum Ergebnis wollte Scherhant sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern.

Wenige Erkenntnisse hat die Mordkommission trotz intensiver Fahndung bislang auch über zwei Männer, die am Tatabend mit einem Rollkoffer zunächst an der Herrmann- /Ecke Silbersteinstraße und später in Nähe der Parkanlage gesehen wurden. Die Männer werden als Südländer beschrieben, sind etwa 20 bis 25 Jahre alt und zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß. Einer von ihnen trug ein Basecap und eine rote Windbreaker-Jacke. Hinweise zu den Männern, den Stoffresten und den Kontakten des Opfers zur Drogenszene nimmt die 7. Mordkommission unter Tel:4664–911702 entgegen. Kristina Hani wird an diesem Mittwoch auf dem Friedhof am Südstern beigesetzt.

hhn