Die Berliner Kriminalpolizei will mit einem
Foto des 17-jährigen Ali K.
weiter Licht in die Umstände des Todes von Kristina Hani bringen. Das Mädchen war nach derzeitigem Ermittlungsstand im April nach einer tödlichen Drogendosis in einem Koffer verbrannt worden. Gegen Ali K. war vor zwei Wochen Haftbefehl erlassen worden. Er steht im dringenden Verdacht, der 14-jährigen Schülerin die tödliche Dosis Heroin überlassen zu haben. Der 17- Jährige bestreitet das.
Die Leiche von Kristina Hani war am 16. April 2007 in einem verbrannten Rollkoffer in der Grünanlage Thomashöhe in Neukölln gefunden worden. Schnell stellte sich heraus, dass die Jugendliche mit den langen schwarzen Haaren Kontakte in die Drogenszene hatte. In dieser wurden auch der oder die Täter vermutet. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll Ali K. in Neukölln und Wedding mit Drogen gehandelt und dabei auch sein mutmaßliches Opfer kennengelernt haben. Die Polizei ermittelt wegen Mordes, weil der mutmaßliche Täter der Schülerin nach der Verabreichung einer großen Dosis Heroin nicht geholfen und sie hat sterben lassen, wie die Anklage behauptet. K. habe befürchtet, seine Aktivitäten als Dealer könnten bekannt werden. Somit könne ihm die sogenannte „Verdeckungsabsicht“ unterstellt werden“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald.
Die Kripo prüft, ob Ali K., der für die Ermittler nicht als Einzeltäter gilt, auch an der Verbrennung der Leiche des Mädchens beteiligt war. Der aus dem Libanon stammende 17-Jährige sitzt wegen Drogenhandels bereits seit Oktober 2007 in Untersuchungshaft. Er kam im Jahre 2004 als minderjähriger Asylbewerber nach Deutschland, reiste damals allein ein und soll nach Informationen von Morgenpost Online bei den Behörden unterschiedliche Angaben über seinen Geburtstag gemacht haben. Deswegen steht sein genaues Alter nicht hundertprozentig fest. Unter anderem lebte er in einer Jugendeinrichtung an der Gubener Straße in Friedrichshain. Dort war er zwar gemeldet, soll allerdings auch bei Freunden und Bekannten gewohnt haben.
Die Mordkommission sucht nun nach Zeugen, die Ali K. kennen und Angaben zu seinen Aufenthaltsorten in Berlin sowie zu seinem Verhältnis zu Kristina Hani machen können. Hinweise nimmt die Mordkommission des Landeskriminalamtes unter der Telefonnummer 030 / 4664 911 703 entgegen.
dpa/nic




