Graffiti ist ein Teil von Berlins Identität, auch in Berlin-Mitte. Überall prägen Graffiti-Tags und Wandgemälde die Stadt. Die oft anonymen Sprayer entziehen sich der Logik des Kapitalismus, und nutzen die Stadt als kreative Spielwiese. Auf legalen Graffiti-Wänden können sie das besonders gut und fertigen dort oft aufwendige Kunstwerke. Zur East Side Gallery mit ihren wilden Messages pilgern noch immer Millionen Touristen, doch an der Northside Gallery gibt es jetzt Zoff: Zwischen gut gemeinten Ideen (legale Sprayerflächen) und harter Realität (Entsorgung der Farben) steht eine Verwaltung, die mauert und wegguckt, statt zu gestalten. Der Streit um die Northside Gallery ist ein Trauerspiel.
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Streit um Northside Gallery: Lokalpolitik duckt sich weg
Im Konflikt stehen frustrierte Anwohner auf der einen Seite, die keine giftigen Farbdämpfe und Spraydosen im Park am Nordbahnhof wollen. Wer dort lebt oder im direkt benachbarten Pflegeheim arbeitet, leidet unter den gesundheitsschädlichen Dämpfen der Farben. Auf der anderen Seite des Konflikts steht die coole Graffiti-Lobby. Dazwischen agiert eine Lokalpolitik, die sich wegduckt. Wenn Stadträte und der Fachbereich Grün sich hinter vermeintlichen Sachzwängen verstecken und politische Gestaltungskraft vermissen lassen, läuft etwas grundlegend falsch. Verwaltung ist dazu da, Lösungen zu finden – im Mauerpark Pankow scheint dies gelungen zu sein.
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Warum kann man in Berlin-Mitte keinen Kompromiss finden? Beide Seiten haben doch recht: Die Anwohner wollen eine gesunde Natur, und eine saubere Nachbarschaft. Kreativ-Orte wie die Northside Gallery sterben, wenn ein konstruktiver Dialog fehlt. Wer den Kiez liebt, darf nicht nur verwalten oder verbieten – er muss führen. Es braucht ein geeignetes Entsorgungskonzept und verlässliche Ansprechpartner, statt Gleichgültigkeit. Sonst verliert Berlin wieder einmal ein Stück Identität.





