In einem aktuellen Beitrag haben wir berichtet, die Situation am Leopoldplatz sei mittlerweile erfolgreich unter Kontrolle gebracht worden, weil die Drogenszene an andere Orte ausgewichen sei. Neben der stärkeren Polizeipräsenz wurden nach dem sogenannten Sicherheitsgipfel im Mai 2023 auch Info-Points als Ansprechpartner für Menschen aus der Nachbarschaft, mehr Sozialarbeit auf dem Platz sowie ein Platzteam, das für Sauberkeit sorgt, eingeführt.
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Dadurch hat sich zwar die sichtbare Zahl an Suchtkranken vor Ort verringert. Das grundlegende Problem bleibt jedoch bestehen. Auch wenn es sich teilweise in umliegende Straßen oder andere Kieze verlagert. So spitzte sich unter anderem die Lage am Kleinen Tiergarten in Moabit zu. Der Bezirk Mitte hat auf die Verdopplung der Suchtkranken im Kleinen Tiergarten mit Parkbetreuern an drei Drogen-Hotspots begonnen. Dass dennoch keine Entwarnung gegeben werden kann, zeigt die Zuschrift eines Lesers. Sie zeichnet ein erschreckendes Bild.

Überfall und Drohungen mit einem Messer
Erst am vergangenen Montag kam es tagsüber zu einer folgenschweren Tat. Rentner Thomas P. berichtet, was er aktuell beobachtet hat: „Ein junger Mann aus meinem Bekanntenkreis überquerte den Platz, als er von Dealern bedrängt wurde.“ Man wollte ihm eine Crack-Pfeife „schenken“ – offenbar die perfide Masche, um Neukunden abhängig zu machen. P. weiter: Als er ablehnte und den Platz verlassen wollte, eskalierte die Situation sofort. Eine Gruppe von fünf bis sieben Personen umringte ihn. Einer der Täter setzte ihm ein Messer direkt an die Kehle und forderte Bargeld und ein Baseball-Cap.

Nur weil er das Geld lose in der Tasche getragen und kein Portemonnaie dabei gehabt habe, „konnte er die Angreifer überzeugen, dass bei ihm nicht mehr zu holen sei. Er entkam körperlich unverletzt, flüchtete traumatisiert in die U-Bahn und steht noch immer unter Schock. Eine Anzeige bei der Polizei erstattete er nicht. Aus Angst und Resignation, da er die Täter im Getümmel nicht genau beschreiben konnte.
Leopoldplatz: „Es fehlt an Wachpersonal“
Dieses Erlebnis zeigt: Die These, das Problem habe sich lediglich in andere Kieze verlagert, stimmt für den Leopoldplatz nicht. Die Gefahr ist nach wie vor direkt vor Ort präsent. Das Fazit von Rentner P., das er gegenüber der Morgenpost zieht: „Solche Überfälle dauern oft nur Sekunden und fallen im Trubel kaum auf. Ohne schnellen, massiven Polizeieinsatz lassen sich diese Zustände nicht dauerhaft beheben. Bis die Beamten eintreffen, sind die Täter meist längst im Kiez untergetaucht. Als Urberliner und besorgter Rentner hoffe ich dennoch inständig auf eine spürbare Besserung der Zustände – im Interesse aller Bürger und der vielen Zugezogenen, die die Gefahren dieser Plätze noch gar nicht richtig einschätzen können.“

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Laut Angaben der Polizei Berlin ging zu dem Vorfall keine Anzeige ein. Sie bittet jedoch darum, auch kleinere Vergehen, bei denen niemand zu Schaden gekommen ist, immer zu melden. „Gerade an einem Ort wie dem Leopoldplatz ist es wichtig, dass wir zur Prävention und Ermittlung wissen, wenn etwas vorfällt.“ Derzeit gilt der Leopoldplatz nicht als kriminalitätsbelasteter Ort. Viele Gewerbetreibende wollen keine „Stigmatisierung“ des Ortes. Für die Polizei bedeutet dies jedoch, dass sie weniger anlasslose Kontrollen durchführen kann.





