Sonntagmittag, halb 12. Fünf Menschen stehen vor der verschlossenen Tür der Mokka-Milch-Eisbar an der Karl-Marx-Allee in Berlin-Mitte. Sie drücken ihre Gesichter an die Scheibe, die flache Hand über den Augen, um das Sonnenlicht abzuschirmen, und versuchen, einen Blick in das Lokal zu erhaschen. Eigentlich wollten sie hier heute Kaffee trinken und Eis essen. Doch das Lokal ist drei Tage nach der Eröffnung schon wieder geschlossen.

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Grund dafür sind technische Probleme, eine defekte Kaffeemaschine – und ein Andrang, der die Betreiber in den ersten beiden Tagen komplett überrollte.

Eröffnung der Mokka-Milch-Eisbar: 800 Gäste kamen zum Soft Opening

Erst am Donnerstag hatte das Lokal aus DDR-Zeiten unter dem Namen „mokka*milch“ wiedereröffnet. Zuvor hatten die Betreiber, das Ehepaar Natacha und Alexander Neumann, den Start schon einmal verschoben. Der ursprüngliche Termin am 23. Mai konnte aufgrund letzter Bauarbeiten nicht eingehalten werden. Wenige Tage später, am 28. Mai, eröffnete das Lokal dann endlich mit einem Soft Opening.

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Oder besser gesagt: Hard Opening. „Es kamen ungefähr 800 Gäste“, berichtet Natacha Neumann im Morgenpost-Gespräch. Eigentlich kein Problem, sagt sie. Doch ein Soft Opening ist dazu gedacht, dass sich das Team unter entspannten Bedingungen einspielt. Abläufe im Service sollen so erprobt und Feedback von Gästen gesammelt werden, um sich auf den Regelbetrieb vorzubereiten. Von entspannten Bedingungen kann bei Hunderten Gästen kaum die Rede sein. „Wir waren gerade erst mit den Bauarbeiten fertig“, sagt Neumann. „Wir hatten keine Chance, es einmal richtig durchzuspielen.“

Alexander und Natacha Neumann, die neuen Betreiber der ehemaligen Mokka-Milch-Eisbar in der Karl-Marx-Allee, stehen im neuen „mokka*milch“.
Alexander und Natacha Neumann erwecken die Mokka-Milch-Eisbar in der Karl-Marx-Allee unter dem Namen „mokka*milch“ wieder zum Leben.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Zusätzlich streikte die Technik. Der Strom sei ausgefallen, dann sei die Kaffeemaschine kaputtgegangen. „Einige Gäste haben 15 Minuten in der Sonne auf ein Getränk gewartet. Das entspricht nicht dem Anspruch, den wir an uns selbst haben. Wir waren nicht glücklich mit dem, was wir geliefert haben“, resümiert die Betreiberin.

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Bereits am Samstag, nach zwei Tagen Betrieb mit je 800 Gästen, trafen die Betreiber die Entscheidung, vorerst zu schließen. Neumann ist sicher: „Wir können das schaffen. Aber wir müssen erst warm werden und die technischen Probleme beheben.“

Am Samstag verkaufte das Team daher nur Eis auf dem Vorplatz. Auch eine Geburtstagsfeier mit 40 Menschen fand statt. „Wir wollten sie nicht mit einer kurzfristigen Absage enttäuschen.“

Betreiber Alexander Neumann repariert etwas im Lokal der Mokka-Milch-Eisbar.
Bis zur Wiedereröffnung am 12. Juni wollen die Betreiber Reparaturen vornehmen und Abläufe im Service optimieren.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Mokka-Milch-Eisbar soll Mitte Juni wieder öffnen

Auch die Passanten, die am Sonntag ihre Nasen an der Scheibe des Lokals plattdrücken, will man nicht enttäuschen. Immer wieder öffnet ein lächelnder Mitarbeiter die Tür und begrüßt die Menschen. Freundlich erklärt er ihnen, dass der Betrieb eine kleine Pause einlege. „Es tut mir leid, wenn Sie extra den Weg hierher auf sich genommen haben. Hier, für Sie“, sagt er und drückt jedem eine kleine Karte mit Holzlöffel in die Hand. Ein Gutschein für eine Kugel Eis. Sobald das mokka*milch wieder eröffnet, kann der eingelöst werden. Am 12. Juni soll es so weit sein.

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Die Neumanns sind trotz der Herausforderungen dankbar und begeistert von dem Andrang, den das mokka*milch in den ersten Tagen erfahren hat. Sie hätten viel Zuspruch und Verständnis erfahren, sagt Natacha. „Jemand sagte mal zu mir: Das muss von Anfang an klappen. Denn die Berliner sind hart und verzeihen nicht. Aber Berlin hat mir gezeigt: Das ist gar nicht so. Das gibt uns viel Energie und Motivation.“