Bauzäune, aufeinandergeschichtete Steine und Erdhaufen kündigen an der Littenstraße, Ecke Stralauer Straße, ein großes Bauprojekt in Berlin-Mitte an: Der Startschuss für den Neubau des Waisentunnels zwischen Alexanderplatz und Heinrich-Heine-Straße hatte sich immer wieder verzögert. Doch nachdem die Baugenehmigung am 13. Januar erteilt worden war, ging es jetzt los mit ersten Bauvorbereitungen für den neuen Tunnel, der enorm wichtig ist für die BVG.

Der Waisentunnel unter der Spree ist die einzige Gleisverbindung zwischen der Strecke der U5 und dem restlichen Berliner U-Bahn-Netz. Doch aufgrund seines maroden Zustands ist der alte Tunnel seit 2018 gesperrt. Folgen hat das für die Wartung. Denn Züge der U5 können seither nicht mehr aus eigener Kraft oder per Schleppfahrt in die Hauptwerkstatt Seestraße oder andere Betriebswerkstätten gelangen, sondern müssen über Tieflader dorthin transportiert werden.

Für den Straßentransport müssen die U-Bahnen oft in Einzelwagen getrennt werden. Ein solcher Transport kann pro Zug bis zu zwei Wochen dauern und ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Viele Züge sind sehr alt, haben zum Teil schon 30 Jahre auf dem Buckel, was zu häufigeren Werkstattaufenthalten führt. Da die Kapazitäten vor Ort begrenzt sind, bleibt oft nur der aufwendige Weg über die Straße zu spezialisierten Standorten.
Entsteht jetzt also der Waisentunnel zwischen den Linien U5 und U8 neu, hilft das vor allem, den Transport der Züge in die Werkstatt zu vereinfachen. Der direkte Schienenweg soll der BVG Zeit und Kosten sparen. Nach vier Jahren Bauzeit, also etwa 2030, soll die bedeutsame Verbindung fertiggestellt sein.
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Wird der Schiffsverkehr beeinträchtigt?
Der Waisentunnel wird auch in Zukunft ein Tunnel ohne Fahrgäste sein – und trotzdem ist der Neubau eines der wichtigsten Projekte der BVG. Die Arbeiten am über 100 Jahre alten Bauwerk können demnächst starten. Die BVG plant die Arbeiten unter der Spree dabei so, dass Schiffe jederzeit passieren können. Dazu wird in zwei Etappen gebaut. Eine Hälfte des Flusses bleibt damit befahrbar.

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Bevor es richtig losgehen kann, werden derzeit wichtige Vorbereitungen getroffen: Bei den aufgeschichteten Steinhaufen handelt es sich um herausgenommene Reste ehemaliger Bebauung. Die Gas- und Wasserleitungen an der Baustelle müssen umverlegt werden. Auch Glasfaserkabel verschiedener Medien, darunter auch die der Telekom, müssen woandershin verlegt werden.
Im Anschluss soll der Neubau in den erwähnten zwei Phasen beginnen. Gestartet wird auf der südlichen Spreeseite, wo zunächst Spundwände und eine Sohle eingebracht und die Baugrube ausgepumpt werden. So können die Bautrupps in einer trockenen Baugrube die erste Hälfte des Ersatzneubaus errichten. Im Anschluss wird die Baugrube wieder geflutet und die Spundwände werden auf die nördliche Seite umgesetzt, damit sich die Arbeitsschritte dort wiederholen können.





