Erst im dritten Anlauf war das Kabarett-Restaurant „Gila & Nancy“ am Gendarmenmarkt im Sommer 2025 eröffnet worden. Die Proteste gegen den Gastro-Mitbetreiber Shahar Segal wollten kein Ende nehmen, weil er kurz als Sprecher für die umstrittene israelische Hilfsorganisation Gaza Humanitarian Foundation gearbeitet hatte. Das ‚Gila&Nancy‘ -Team in Berlin hatte jedoch stets betont: „Das Lokal steht für Frieden, Liebe, Toleranz und ist ein Ort für die queere Community“, so Mitbetreiber und Filmemacher Roy Raz.

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Nun verkündete der israelische „Channel 12“-Journalist Elad Simchayoff auf dem Portal X, dass der Betreiber endgültig aufgibt: „Nachdem Restaurant-Mitarbeiter mehrfach belästigt und bedroht worden sind, und Anti-Israel-Proteste den Betrieb gestört haben, schließt das Restaurant in Berlin für immer.“ Restaurant-Manager Daniel geht bereits nicht mehr ans Telefon. Reporter Simchayoff sagte auf X: „Liebe Berliner, es ist euer Verlust.“ Sein Posting wurde mittlerweile mehrmals reposted.
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Drittes jüdisches Lokal in Berlin
Es ist bereits das dritte jüdische Restaurant in Berlin, das aufgibt: Zuvor hatte bereits das „Hana“ im Erdgeschoss des Hotel Hilton am Gendarmenmarkt geschlossen. 2025 gab das jüdische Sterne-Restaurant „Prism“ in Charlottenburg auf. Beide Lokale waren von dem israelischen Chefkoch Gal Ben Moshe betrieben worden. Von ihm sind jedoch bis jetzt keine Berichte über antisemitische Anfeindungen bekannt.

Liebe Berliner, es ist euer Verlust. Nachdem das Personal belästigt und bedroht wurde und anti-israelische Demonstranten die Betriebsabläufe wiederholt gestört haben, schließt das Berliner Restaurant „Gila and Nancy“ des israelischen Star-Kochs Eyal Shani endgültig. https://t.co/EKOA73QzLz
— 🏴daungari ★ (@daungari167925) 28. April 2026
Durch den Krieg zwischen Israel und Iran seien die antisemitischen Angriffe weltweit auf einem neuen Hoch angelangt, nicht nur auf jüdische Restaurants, sondern auch auf Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und andere Einrichtungen. Auf Instagram appelliert Simchayoff an die Weltgemeinschaft: „Gehen Sie einmal vorbei an jüdischen Einrichtungen in Ihrer Nähe und fragen Sie sich: Ist es wirklich in Ordnung, diese Einrichtungen anzugreifen, nur weil sie jüdisch sind?“
Komplexer Hintergrund der Kontroversen
Grund für die Drohungen und den wiederholten Protest am Gendarmenmarkt waren Vorwürfe gegen den Mit-Betreiber des Restaurants, Shahar Segal: Der Unternehmer soll sich als Sprecher der nicht-staatlichen US-Stiftung „Gaza Humanitarian Foundation“ (GHF) für Lebensmittelverteilung in Gaza schuldig gemacht haben. Israel hingegen warf der Hamas vor, Hilfsgüter in großen Mengen zu lagern, statt sie zu verteilen und sie gewinnbringend weiterzuverkaufen, um ihre Kämpfer zu finanzieren.

Laut der deutsch-israelischen Politikberaterin Dr. Melody Sucharewicz handelt es sich bei den Vorwürfen gegen den Gastro-Unternehmer um eine „völlig zusammengesponnene Fake-Kampagne.“ Der queere, jüdische New Yorker Scotty Mitzwah, der die Demos mitorganisiert hatte und seit 2012 in Berlin lebt, erklärte im August 2025 dazu: „Wir demonstrieren nicht gegen Israelis oder Juden, sondern gegen jemanden, der am Völkermord teilhat. Wir sind auch Juden.“






