Über 600 Menschen feierten am Dienstag die offizielle Wiedereröffnung des Kino International in der Karl-Marx-Allee, das anderthalb Jahre lang für 15 Millionen Euro saniert worden war. Das Pre-Opening mit dem Film „Marty Supreme“ hatte bereits am 26. Februar stattgefunden. Der Film sei seitdem 16 Mal ausverkauft im Kino International gelaufen, so der Yorck-Vorstandsvorsitzende Christian Bräuer.

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Nur Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) ließ sich wegen den Berlinale-Gesprächen entschuldigen, was dem Publikum einen Lacher entlockte. „Die Gespräche gehen voran“, so Christian Bräuer, der sich für eine Berlinale „als Marktplatz freier Ideen“ aussprach. Seit 1990 waren Berlinale-Filme im Kino International gezeigt worden. Man hoffe, dass das in Zukunft weiterhin der Fall ist.

„1963, als das Kino eröffnet wurde, hielt Kennedy seine berühmte Ich-bin-ein-Berliner Rede im Schöneberger Rathaus“, rekapitulierte der Regierende Bürgermeister von Berlin Kai Wegner bei seiner Rede. „Ikone der Kinokultur“ nannte er das Kino International und freute sich, dass ausgerechnet in Berlin ein Gebäude „vor dem Zeitplan“ fertig geworden ist. Auch der bekannte DEFA-Experte und Filmjournalist Knut Elstermann merkte bei seiner Rede an: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich die Wiedereröffnung dieses Kinos noch erleben darf.“

Das Kino International wurde insgesamt anderthalb Jahre generalsaniert. Unter anderem wurde es in puncto Brandschutz ertüchtigt: Dafür wurde beispielsweise die geschwungene, so genannte Rabitzdecke im Kino-Saal mit nicht-brennbarem Steinwolle-Granulat versehen. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der Yorck-Kinos hob allerdings auch die neue, „zauberhafte Tonanlage“ hervor. „Kino schult Empathie. Es ist die Townhall der rmodernen Society“, sagte er in seiner Rede.
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Charly Hübner: „Saal ist der Kracher“
Zur Feier des Tages wurde ein neu geschnittener Kurzfilm zur Geschichte des Kino International gezeigt. Darin kamen auch bekannte und weniger bekannte Berliner zu Wort. Schauspielerin Paula Beer schwärmte: „Das Kino International war mein Stammkino.“ Schauspieler Charly Hübner bezeichnete den Kinosaal als „Kracher“ und auch Jannis Niewöhner befand: „Hier stimmt einfach alles.“

1989 wurde der Mainstream-Kassenschlager „Dirty Dancing“ mit einer Dance-Performance vor dem Kino gefeiert. Und am Abend des Mauerfalls besiegelte der Film „Coming Out“ das „Coming-Out einer ganzen Nation“, wie es Knut Elstermann zusammenfasste. Berlin darf sich nun auf zukünftige Highlights in dieser Architekturikone freuen.





