Vor etlichen Jahren hatte Star-Trompeter Till Brönner die Idee eines House of Jazz für Berlin entwickelt. Und in der Hauptstadt ist man noch immer gewillt, das als „Zentrum für Jazz und Improvisierte Musik“ bezeichnete Projekt zu entwickeln. Da bislang kein Standort gefunden worden war, blieb es lange Zeit bei der reinen Idee und inhaltlichen Weiterentwicklung. Nun soll es mit dem Kino und Veranstaltungsort L‘Aiglon am Kurt-Schumacher-Damm 123 in Berlin-Wedding eine konkrete Location geben, die ins Auge gefasst wird. Die einzige ist sie jedoch nicht.

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Das schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Entscheidet man sich für das Kino, um einen Ort für Konzerte deutscher und internationaler Gäste, Talentförderung sowie Austausch und Forschung zu schaffen, käme dieser Vorschlag auch für das einstige Kino L‘Aiglon gerade rechtzeitig. Seit 1994 werden dort, unweit vom Kurt-Schumacher-Platz, keine Filme mehr gezeigt. Das Haus steht ungenutzt leer. Doch Leinwand, Vorhang, Stühle und anderes sind noch immer da, wie der RBB im vergangenen Jahr berichtete.

Jazzclub scheitert an Standortsuche: Alte Münze bleibt Club-Location

Kino L-Aiglon, Kurt-Schumacher-Damm
Blick in das ehemalige Kino L-Aiglon am Kurt-Schumacher-Damm in Berlin.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Gebaut wurde das Haus in den 1950er-Jahren als Unterhaltungsstätte für französische Streitkräfte in Berlin. Diese waren in der heutigen und nicht weit entfernten Julius-Leber-Kaserne, damals Quartier Napoléon, untergebracht. Neben Filmen wurde die Bühne aber auch für Musik- und Theateraufführungen genutzt.

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Nachdem die Franzosen Berlin 1994 verlassen hatten, ging die Immobilie in den Besitz der Bundeswehr über. 2023 kaufte das Land Berlin das alte Haus, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übernahm bereits 2007 die Verwaltung. Neben dem Theatersaal für 350 Zuschauerinnen und Zuschauer gehören auch das benachbarte Hotel sowie eine ehemalige Kommandantenvilla zum Ensemble.

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Der erste Standort, der für das House of Jazz im Gespräch war, war anderweitig vermietet worden. Die Alte Münze in der historischen Mitte Berlins war 2016 an das privatwirtschaftliche Club- und Event-Unternehmen Spreewerkstätten vergeben worden. Der Mietvertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren wurde in diesem Jahr um weitere 30 Jahre verlängert.

House of Jazz erhält weiter Fördermittel von Bund und Land Berlin

Für das Projekt House of Jazz bedeutete dies keineswegs Stillstand. Seit 2020 wird es jährlich vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien mit 250.000 Euro gefördert. Seit 2022 gibt zudem das Land Berlin 300.000 Euro dazu, die im Haushaltsentwurf 2026/27 erneut zu finden sind.

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Die Senatskulturverwaltung wollte am Dienstag auf Nachfrage nicht bestätigen, dass konkret das L‘Aiglon für das Projekt im Gespräch ist. Ein Sprecher teilte mit: „Berlin als Ort für ein House of Jazz steht fest. Den konkreten Platz in der Stadt prüfen wir mit der gebotenen Sorgfalt, damit am Ende ein Ort gefunden wird, der den künstlerischen Anforderungen gerecht wird und langfristig tragfähig ist.“ In Absprache mit dem Bund prüfe man derzeit mehrere potenzielle Orte.