Bewaffnet mit Plakaten, Fahnen und Lautsprechern versammelten sich am Mittwoch gegen 18.45 Uhr rund 100 Demonstrierende am Rosenthaler Platz. Anlass war der seit Oktober angekündigte Umbau der Torstraße in Berlin-Mitte. Hinter den Protesten standen die Fahrrad-Lobby-Verbände Respect Cyclists und Changing Cities, die mit Unterstützung vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern deutlich machten, dass sie eine andere Lösung wollen.

Vereint gegen die Umbaupläne der Torstraße in Berlin-Mitte: Tim-Bosse Vogel (Vorstand Respect Cyclists), Sibylle Grunze (Vereinsmitglied RC), Stefanie Lucht (Bürgerinitiative Lebendige Torstraße), Nicolas Šustr (Sprecher BUND Berlin).© BM | Volker Mai

Der Senat hatte im Oktober angekündigt, dass die Torstraße für 10,1 Millionen Euro umgebaut werden soll. Dagegen wenden sich nun viele Berliner klar und eindeutig, da diesmal keine Bürgerbeteiligung vorgesehen ist.

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Baumfällungen haben Konsequenzen

Laut Informationen des Stadtplaners Eckhard Hasler von der Bürgerinitiative „Lebendige Torstraße“ will der Senat aktuell nur 27 Bäume plus sieben Bäume, die krank sind, fällen, statt 40, wie vorher veröffentlicht. Da kein direkter Dialog zwischen den Bürgern und den Politikern stattfand, weiß davon aber kaum einer etwas. Außerdem ist fraglich, ob 34 oder 40 Bäume den großen Unterschied machen.

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Eine Anwohnerin namens Stephanie betonte stellvertretend für alle Anwohner die Wichtigkeit der Bäume als Ökosysteme: „Es sollen 40 Bäume, die unglaublich viel Lebensraum für Tiere in dieser ohnehin schon ausgedünnten Stadt bieten, einfach gefällt werden.“ Ein Artenschutzgutachten gäbe es derzeit noch nicht, denn laut Stephanie müssten neue Bäume erst gepflanzt werden, wenn bestehende gefällt werden dürften.

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Bedenken wegen Sicherheit und Hitzeschutz

Die zwischen zwanzig und fünfzig Jahre alten Bäume dienten zudem als wichtiger Hitzeschutz. Ohne den Schatten, den sie spenden, wäre der Temperaturunterschied von bis zu acht Grad im Sommer deutlich spürbar. BUND-Sprecher Nicolas Šustr erklärte, es sei nicht nur eine Naturfrage, sondern auch eine Frage der Lebensqualität: „Gerade jetzt in der Klimakrise, wo sich im Sommer alles aufheizt, ist jeder Schatten, der verloren geht, ein Drama.“

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