Schneckenschleim in der Gesichtscreme mag für manche gewöhnungsbedürftig klingen, Aloe Vera klingt da schon vertrauter. Beides sind aber derzeit angesagte Inhaltsstoffe koreanischer Pflegeprodukte. Korean Skin Care ist seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Der Einzelhandel hat längst reagiert: Drogerien wie dm, Rossmann oder Douglas haben ihr Sortiment um koreanische Produkte erweitert. Nicht zuletzt dank Influencern, die die sozialen Medien mit ihren Tipps und Erfahrungen füllen, nimmt der Hype derzeit Fahrt auf. Auf den großen Durchbruch hofft auch die Marke „Mumuso Beauty“. Der erste Deutschland-Store wird in Kürze in der „Mall of Berlin“ in Mitte eröffnen.

Genau genommen gibt es bereits einen Mumuso-Store im Shoppingtempel „The Playce“, wie die Mall am Potsdamer Platz gelegen. Der Shop gehört zwar auch zum Unternehmen, besitzt aber den Schwerpunkt auf Kosmetikprodukte nicht. Dort werden vor allem Haushaltsgegenstände und Accessoires verkauft. „Mumuso Beauty“ ist ab sofort in der ersten Mall-Etage gegenüber der Filiale der Modemarke „Bershka“ zu finden. Die Eröffnung des Pop-up-Stores wird am 6. Dezember, ab 12 Uhr, groß gefeiert. Es warten Gewinnspiele, Hautanalyse und Beratungsangebote. Zum Konzept gehört, dass alle Produkte an rosafarbenen Schminktischen ausprobiert werden können.
Mumuso Beauty: Store will ein Einkaufserlebnis bieten
Denn der Mumuso Beauty Shop soll ein Einkaufserlebnis sein. Das Dekor kommt vor allem in pastelligen Rosa-Tönen daher. Sie lassen das Ladengeschäft hell und lieblich erscheinen. Alle Produkttypen sind säuberlich sortiert und für Kundinnen und Kunden leicht zugänglich. Der Eingangsbereich, geschmückt mit der Nachbildung einer riesigen Handcremetube, soll sogleich dazu einladen, das Handy zu zücken und sich mit der Riesen-Creme für die sozialen Medien abzulichten.
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Im Sortiment gibt es Lippenstifte und -glosse, Makeup, Gesichtsmasken und -cremes, Haar- und Reinigungsöle sowie handliche Travel-Kits. Zu bekommen ist auch Zubehör wie Haartrockner oder Glätteisen. Während sich die Preise vieler koreanischer Marken zwischen 20 und 40 Euro einpendeln, will Mumuso Beauty eine preiswertere Alternative sein. Den beliebten „Pout Lip Gloss“ gibt es für 8,49 Euro. Außerdem stark nachgefragt ist die „Eight Tea“-Reihe. Die Creme gibt es für 18,99 Euro. Die Aloe-Vera-Gesichtscreme kostet 10,49 Euro. Beliebt sind auch Gesichtstuchmasken. Die Auswahl im Geschäft ist groß, die Preise beginnen bei 1,99 Euro pro Stück.
Mumuso Beauty setzt auf verrückte Designs und Vielfalt
Etwas, das vor allem bei langen Haaren verwendet wird, sind sogenannte Haarwaschbänder. Bei Mumuso Beauty bestehen sie aus weichen Materialien und kommen mit Tierfiguren daher. „Wir haben Wert darauf gelegt, dass wir ein paar verrückte Designs im Angebot haben“, sagt eine Mumuso Beauty-Mitarbeiterin. „Man kann hier von A bis Z alles bekommen“, betont sie.

Doch was macht koreanische Kosmetikprodukte und die dazugehörige Routine so besonders? Wie es von Mumuso Beauty heißt, gehe es bei „K-Beauty“, ein Synonym für koreanische Kosmetik, weniger um den Produktionsort. Denn Mumuso Beauty kommt gar nicht aus Korea. Das Unternehmen sitzt in China. Viele der Produkte sind zudem „Made in China“, andere werden wiederum tatsächlich in Korea produziert. „Wir identifizieren uns mit der K-Beauty-Bewegung als Konzept und Ansatz, nicht ausschließlich durch Herkunft“, lässt das Unternehmen wissen.
Ganz so einfach war der Umgang mit den verschiedenen Produktionsländern in der Vergangenheit jedoch nicht. In Vietnam wurde Mumuso wegen Kundentäuschung verurteilt. Zu intransparent war vor einigen Jahren der Umgang mit Herkunft und Produktion.
Mumuso: K-Beauty setzt auf mehrstufige Hautpflege und Verträglichkeit
Bei K-Beauty gehe es viel mehr um „eine bestimmte Philosophie, Zutaten- und Pflegekultur“, heißt es von Mumuso Beauty. Typisch sei eine umfassende, auf Pflege und Hautgesundheit ausgelegte Routine mit mehreren Schritten (Reinigen, Pflegen, Feuchtigkeit, Schutz). Aufgetragen werden die Produkte, wie Serum oder Creme, nämlich Schicht für Schicht. Angefangen mit der wässrigen hin zur festeren Konsistenz. Der Fokus liege zudem auf Hautverträglichkeit sowie feuchtigkeitsspendende und Hautbarriere stärkende Produkte.

Verwendet werden zudem Inhalts- und Wirkstoffe, die in Korea geschätzt werden. Dazu gehören neben dem bereits erwähnten Schneckenschleim auch Kräuter, Algen und Pflanzenextrakte. Beim Schleim der Schnecken beispielsweise handele es sich tatsächlich um das Sekret echter Vertreter dieser Weichtiere. Wie „natürlich“ das Endprodukt dann aber noch ist, hänge stark davon ab, wie die einzelnen Bestandteile weiterverarbeitet werden. „Extrakte, Filtrate, ggf. Reinigung, Stabilisierung etc. — das sind chemisch-kosmetische Prozesse, die notwendig sind, um ein sicheres, haltbares und wirksames Produkt herzustellen.“
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Der K-Beauty-Hype vernachlässigt jedoch Fragen der Nachhaltigkeit. Viele Produkte haben einen hohen Kunststoffanteil oder sind zu 100 Prozent aus Kunststoff. Tuchmasken beispielsweise eignen sich für den einmaligen Gebrauch und werden danach entsorgt. Mumuso Beauty begründet dies mit der Hygiene. Zusätzlich wird der Anreiz, noch mehr Produkte zu kaufen, durch eine große Auswahl und Nutzungsempfehlungen (zweimal wöchentlich) immer wieder erhöht. Die Kleinteiligkeit in der Pflegeroutine verleitet zudem dazu, viele einzeln verpackte Produkte zu kaufen.




