Im Französischen Dom am Gendarmenmarkt wird ab Sonntag, 27. Juli, um 12 im Kirchsaal eine kleine Gratis-Kompakt-Ausstellung über die Hugenotten in Berlin eröffnet. Für Besucher, die wenig Zeit haben, bietet der 30-minütige Rundgang einen Einblick in den einzigartigen Charakter des hugenottischen Christentums. Auf sechs Säulen ist die Geschichte der protestantischen Glaubensflüchtlinge aus Frankreich aufbereitet, die Berlin seit dem 17. Jahrhundert maßgeblich mitprägten.

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Der reformierte Kurfürst von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, gewährte den Glaubensflüchtlingen mit dem „Potsdamer Edikt“ von 1685 Zuflucht. 1701 bekamen die Hugenotten in Berlin ihr eigenes Gotteshaus, den Französischen Dom am Gendarmenmarkt. Heute hat die Gemeinde knapp über 600 Mitglieder.
Die Kompaktausstellung ist so etwas wie ein Kondensat für Eilige von der umfangreicheren Dauerausstellung im Dom. Im Turm des Gotteshauses sind auch eine Hugenotten-Bibliothek und das Archiv des Museums untergebracht, die man nur auf Anfrage besuchen kann.
Im Zweiten Weltkrieg wurden alle Gebäude auf dem Gendarmenmarkt schwer getroffen und konnten erst zwischen 1976 bis 1993 sukzessive wieder aufgebaut werden. Nach der Wende schlug besonders die Sanierung des Turms des Französischen Doms zu Buche. Für die Renovierung der Fassade, der sieben Meter hohen, vergoldeten Figur „Triumphierende Religion“ und die Reparatur von 18 der 60 Bronzeglocken des Glockenspiels blätterte der Berliner Senat bis zum Jahr 2006 mehr als sechs Millionen Euro hin.
Sechs Ausstellungssäulen im Innenraum des Doms

„Wir haben die sechs Säulen mit den Tafeln gerade erst aufgestellt und eröffnen offiziell erst am Sonntag, aber wir merken schon jetzt, dass die Leute die Inhalte aufmerksam lesen“, berichtet Pressesprecherin Ieva Husić vom Hugenottenmuseum. „Es ist eine reformierte Kirche, in der man sich relativ frei bewegen kann.“
Das ausführlichere Hugenottenmuseum, welches das Erbe und die Geschichte der Hugenotten bewahren will, kann man von dienstags bis sonntags zwischen 11.30 und 16.30 Uhr besuchen. Für Schüler bis 18 Jahre ist es kostenlos, alle anderen zahlen 8 Euro Eintritt, ermäßigt 5 Euro.
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Thema Liebe zentral bei Hugenotten
Die sechs Säulen der Kompaktausstellung behandeln die Gottesdienste, das Gebäude, die Hugenotten, den Gendarmenmarkt und das Thema Diakonie als Form der praktischen Liebe. Die Armen- und Krankenfürsorge ist in der reformierten Lehre der Hugenottischen Diakonie ganz zentral. Bis zum Zweiten Weltkrieg bestand ein Netzwerk an Häusern und Stiftungen. Das Thema Liebe wird auch an der Langen Nacht der Museen am 30. August aufgegriffen, dort wird das Hugenottenmuseum Lesungen von Liebesbriefen Theodor Fontanes anbieten.
Die Hugenotten in Berlin, Französischer Dom, Gendarmenmarkt (Zugang von der Charlottenstraße), ab 27. Juli 2025 täglich von 12 bis 17 Uhr geöffnet, dauerhaft kostenlos;





