Wie fühlt sich Krieg für Kinder an? Und inwiefern betreffen die Themen Flucht und Vertreibung, 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, die eigene Lebenswelt auch heute? Im Rahmen der Ausstellung „Der Krieg und ich“ im Mitte Museum wird der Zweite Weltkrieg erstmals aus Kinderperspektive erlebbar. Im Garten des Museums sind drei Container mit Kinderzimmern aufgebaut, ein weiterer Container enthält weiterführendes Material zum Diskurs.

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Anton aus Deutschland, Sandrine aus Frankreich und Vera aus Russland berichten in Ton und Bild, was sie täglich während des Zweiten Weltkrieges erleben. Fotos und Original-Alltagsgegenstände wie Lesebücher, Nahrung, historische Filmaufnahmen und Fotos illustrieren das Gesagte. Flankierend zur Ausstellung zeigt die ARD die aufwändig produzierte Serie „Der Krieg und ich“ mit Florian Lukas, in denen genau diese drei Charaktere mit Schauspielern zum Leben erweckt werden.

Die Charaktere der drei Kinder aus der Ausstellung sind fiktiv, basieren aber auf historischen Tatsachen. Die Geschichte von Anton (10) aus Deutschland beinhaltet eine besondere Tragik: Der Halbwaise will kein Außenseiter mehr sein und tritt deshalb der Hitlerjugend bei. Sein Vater gewährt den jüdischen Nachbarn Schutz. Im Gespräch mit seinen Kameraden sucht Anton vertraulichen Rat und bringt damit seinen Vater und die andere Familie in akute Lebensgefahr.

Als Beispiel für ein Kind aus Russland erzählt Vera (10) aus ihrem Leben: Sie kommt nach tagelanger Irrfahrt in einem Kinderheim in Kasachstan an. Alles ist fremd, Vera fühlt sich einsam. Sie kann den Verlust ihrer Eltern und ihres Bruders nicht vergessen. Sie erhält die Chance, in eine neue Familie aufgenommen zu werden. Die anderen Kinder beneiden sie dafür, aber für Vera fühlt es sich einfach nicht richtig an. Erst Tamara (12) und Mischa (8) zeigen ihr, dass sie nicht alleine ist, jeder anders mit seinen Erlebnissen umgeht, aber es allen gleich geht. Dann kommt unerwartet ein Brief aus ihrer Heimatstadt Stalingrad an.
Aus Frankreich wird das Schicksal von Sandrine (12) geschildert: Ihr Vater hilft als Dorfpfarrer aktiv verfolgten Juden bei der Flucht vor dem Nazi-Regime. Ihr Zuhause gleicht einem Bahnhof: Sandrine muss nicht nur ihr Zimmer räumen, sondern auch ihre Eltern teilen. Plötzlich wird der Vater verhaftet, die Situation immer gefährlicher. Sandrine steht vor der Frage: Setzt sie für die jüdischen Flüchtlinge das eigene Leben aufs Spiel?

„Der Krieg und ich“, Sonderausstellung mit dem Verein Landgestalten und in Kooperation mit Kulturprojekte Berlin im Garten des Mitte-Museums, Pankstrasse 47, 13357 Berlin, Öffnungszeiten Sonntag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei. Bis 31. Oktober. Gruppen und Schulklassen bitte anmelden unter mohr@mittemuseum.de; begleitende Workshops wie z.B. „Berliner Kindheit“ auf Anfrage.
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