Der Kontrast könnte nicht größer sein: Am Karfreitag trugen ökumenische Würdenträger im Gedenken an Jesus Christus ein Kreuz vom Berliner Dom zum Gendarmenmarkt. An einem Freitag 33 n. Chr. soll Jesus von Nazareth in Golgatha nahe Jerusalem gekreuzigt worden sein. Die ghanaische Trans-Künstlerin Va Bene Fiatsi, die (noch) im Körper eines Mannes steckt, nahm die Prozession zum Anlass, auf die dramatische Verfolgung der LGBTQ-Community in ihrer Heimat Ghana hinzuweisen.

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Denn Fiatsi ist überzeugt: „Dass Homophobie in Ghana heute so verbreitet ist, hängt mit der Verbreitung des Christentums im Zuge der Kolonialisierung zusammen.“ Va-Bene Elikem Fiatsi ist eine in Ghana lebende Trans-Aktivistin und Performancekünstlerin, die sich als Transvatar identifiziert – als Spiegelbild der vielen Identitäten, die sie verkörpert. Derzeit sind ihre Werke in der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) am Alexanderplatz zu sehen.

Karfreitag - Berlin
Von Kopf bis Fuß nackt, mit Ketten am Körper und Lehm im Gesicht, steht Va Bene am Karfreitag als lebendes Mahnmal auf dem Alexanderplatz. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Folter und Gefängnis für Homosexuelle in Ghana

Vor etwa einem Jahr hat das Parlament in Ghana die Strafen für die LGBTQ-Community verschärft. Die ghanaische Transfrau Va-Bene Elikem Fiatsi sagte bereits damals gegenüber Reuters, dass die Wiedereinführung des Gesetzes „entmutigend und schwer zu verarbeiten“ sei. Menschenrechtler protestieren seit Langem gegen den vor drei Jahren eingebrachten Entwurf, der in Ghana von großen Teilen der Bevölkerung und von christlichen, muslimischen und anderen religiösen Gemeinschaften sowie von traditionellen Führern unterstützt wird. Amnesty International kritisierte den Entwurf als „eine erhebliche Bedrohung für die Grundrechte und -freiheiten von LGBT-Personen“. Die Menschenrechtsorganisation berichtet zudem über Folter in den Gefängnissen von Ghana.