Der Regen prasselt unaufhörlich auf den Pariser Platz, als sich am Montagmorgen vor dem Brandenburger Tor eine kleine Gruppe versammelt. Sie sind gekommen, um Europas größten Chanukka-Leuchter aufzubauen - ein beeindruckendes Symbol jüdischen Lebens im Herzen Berlins. Doch das Wetter erschwert den Aufbau. „Wetterbedingt durften die Arbeiter nicht arbeiten während des Regens. Es war zu gefährlich. Wir mussten eine halbe Stunde Pause machen“, erklärt die technische Leitung.

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„Wir freuen uns heute, die Chanukka-Leuchter am Brandenburger Tor in diesem Jahr zum 19. Mal wieder hier aufstellen zu dürfen“, begrüßt Rabbiner Yehuda Teichtal, der aus den USA stammt und seit 1996 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin ist , die Anwesenden. Seine Stimme wird ernst: „In diesem Jahr hat es eine ganz besondere Bedeutung. Wir stehen alle unter dem Schock.“ Er spricht von dem kürzlichen Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt und dem wachsenden Antisemitismus, „der in Deutschland und in Europa in den letzten Jahren, insbesondere seit dem 7. Oktober. 2023, zu merken ist.“
Der historische Ort vor dem Brandenburger Tor verleiht der Zeremonie besondere Bedeutung. „Genau hier, wo in Zeiten der Nazis Hass und Aufrufe war“, erklärt Teichtal, „ist dies ein Zeichen des Miteinander. Ein Zeichen des Positiven.“
Jüdisches Lichterfest Chanukka 2024
Ab dem 25. Dezember, wenn das achttägige Chanukka-Fest beginnt, wird der Leuchter bis zum 2. Januar täglich erstrahlen. „Die Botschaft von Chanukka ist eine universelle Botschaft“, erklärt der Rabbiner und betont: „Chanukka ist eine positive Botschaft. Eine Botschaft, dass niemand Außenstehender ist. Und wir sind alle davon betroffen.“
Mit Blick auf die aktuelle Situation fügt er hinzu: „In diesem Jahr wollen wir auch eine Botschaft sagen, dass wir nicht die Geiseln vergessen, die momentan leider noch in den dunklen Türmen der Hamas versteckt sind.“ Die zentrale Zeremonie des Lichterzündens ist für Sonntag, den 29. Dezember um 16 Uhr geplant.
„Wir freuen uns in diesem Jahr die Zeichen zu setzen, dass in Deutschland wir langfristig eine positive jüdische Zukunft haben werden“, sagt Teichtal.
Hoffnung trotz der aktuellen Herausforderungen
Die gegenwärtigen Herausforderungen sind spürbar: „Viele Menschen haben Angst. Viele Menschen sind unsicher.“ Doch Teichtals Antwort darauf ist klar: „Unsere Antwort ist mehr positiv, mehr Licht, mehr Freude, mehr Miteinander.“
Seine abschließenden Worte: „Wir lassen uns nicht unterkriegen. Im Gegenteil. Licht über Dunkelheit ist die Botschaft von Chanukka.“
Der Regen hat mittlerweile nachgelassen, und der goldene Leuchter steht bereit für das Lichterfest - ein leuchtendes Symbol im Herzen Berlins, das vom ersten Weihnachtsfeiertag an täglich um eine Kerze wachsen wird.




