Im Herzen Berlins, bei den Hackeschen Höfen, genauer: in der Rosenthaler Straße 39, liegt ein besonderes Hinterhaus. Schon im Treppenhaus werden Besucher von Kinderfotos eines Mädchens mit ausdrucksstarken, großen Augen empfangen – Vom Säugling bis zum Teenager. Es handelt sich um die Verfasserin des berühmtesten Tagebuchs der Welt: Anne Frank (1929-1945).

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Am Sonnabend und Sonntag feiert das Anne Frank Zentrum sein 30-jähriges Jubiläum und lädt zum kostenfreien Besuch der Berliner Ausstellung „Alles über Anne“ ein. Neben freiem Eintritt gibt es am Festwochenende, dem Sonnabend 7. Dezember und Sonntag, 8. Dezember, Führungen und eine Kreativwerkstatt für alle Altersstufen.

Drei bewegende Fakten über das Anne Frank Zentrum

Fakt 1: Warum das Gebäude des Anne-Frank-Zentrums so gut gewählt ist

Anne Frank
Passbild von Anne Frank aus dem Jahr 1939. Das zehnjährige Mädchen schrieb schon damals ihre Gedanken in ein Tagebuch. Sie träumte davon Schriftstellerin zu werden.© BM | Public Domain

1994 gründeten engagierte Berlinerinnen und Berliner einen Förderverein, um eine Ausstellung des Anne Frank Hauses in Amsterdam nach Berlin zu holen. Anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus wurde sie in sechs Stadtbezirken Berlins gezeigt. Mitte war am 7. Dezember 1994 der erste Bezirk. 2002 konnte eine Dauerausstellung im Hinterhaus der Rosenthaler Straße 39 eingerichtet werden. „Das Hinterhaus“ wollte Anne Frank ursprünglich auch ihre Memoiren nennen. Das Gebäude des heutigen Anne-Frank Zentrums in Berlin stammt aus dem Jahr 1864. 1935 wurde das Haus an den jüdischen Rechtsanwalt Dr. Ernst Wachsner übertragen, der hier einen Mittagstisch für notleidende Juden betrieb. Ebenfalls Mieter in den Hackeschen Höfen waren das Mädchenheim des Jüdischen Frauenbundes und die Jüdische Studentenmensa.

Fakt 2: Wie das Buch heute noch weltweit Menschen tröstet und prägt

Anne Frank
Eine Kopie von Anne Franks Tagebuch liegt in der Ausstellung „Alles über Anne“ im Anne Frank Zentrum in Berlin.© DPA Images | Insa Kohler

Anne Franks Tagebuch wurde in mehr als 75 Sprachen übersetzt. Es wird heute von Schülerinnen und Schülern weltweit im Alter zwischen 12 und 18 Jahren gelesen. Besonders Kinder und Teenager, die selbst verfolgt oder ausgegrenzt werden, berührt das Tagebuch der Anne Frank. Einer davon: Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW, die jedes Jahr eine große Party während der Berlinale veranstaltet. Mit 15, also im selben Alter, in dem Anne Frank starb, war er ohne seine Familie aus Afghanistan geflohen. Anne Franks Schicksal trösteten und prägten den Teenager fürs Leben. So sehr, dass er später Filmproduzent wurde und „Das Tagebuch der Anne Frank“ 2016 mit Ulrich Noethen und Martina Gedeck verfilmte.

Fakt 3: Der „Kastanienbaum“ im Anne-Frank-Zentrum

In dem Haus in Amsterdam, in dem Anne Franks Familie versteckt war, konnte die Familie einen wunderschönen Baum sehen. Der gut 170 Jahre alte Baum, eine Weiße Rosskastanie, stand im Innenhof des Grundstücks Keizersgracht 188. Er war einer der ältesten Kastanienbäume in Amsterdam. Seine Schönheit berührte Anne Frank so sehr, dass sie über ihn in ihr Tagebuch schrieb. Im Anne Frank Zentrum Berlin können Besucher daher ihre Gedanken auf einem Zettel festhalten, den sie an einen stilisierten Kastanienbaum hängen.

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