Shopping-Mall

Die Potsdamer Platz Arkaden werden umgebaut

Das Einkaufszentrum am Potsdamer Platz ist nicht mehr zeitgemäß. Ab kommendem Jahr wird deshalb das Innere erneuert.

Nicht wiederzuerkennen: So sollen die Potsdamer Platz Arkaden nach ihrer Umgestaltung aussehen.

Nicht wiederzuerkennen: So sollen die Potsdamer Platz Arkaden nach ihrer Umgestaltung aussehen.

Foto: ece

Mitte. Erst 20 Jahre jung und bereits ein Fall für die Rundumerneuerung: Die Potsdamer Platz Arkaden sollen ab dem kommenden Jahr umfassend modernisiert werden. Erste Pläne, wie das Center seine Kunden künftig empfangen will, veröffentlichte die ECE, die das Shoppingcenter plante und seit der Eröffnung 1998 managt, am Mittwoch.

„Die neuen Potsdamer Platz Shopping Arkaden werden nicht wiederzuerkennen sein“, verspricht ECE-Manager Steffen Friedlein. Im Zuge der Neugestaltung der Arkaden sollen neue Themenbereiche geschaffen werden, in denen rund 90 Shops angesiedelt werden sollen. Damit wird sich die Anzahl der Geschäfte in Zukunft merklich verringern und die der Freiflächen zunehmen. Derzeit sind mehr als 130 Shops auf den rund 40.000 Quadratmeter Nutzfläche untergebracht.

Neue Fassaden im Obergeschoss

Die bisherige Ladenstraße im Obergeschoss, so sehen es die nun präsentierten Pläne vor, soll komplett entfernt und durch „eindrucksvolle doppel- und dreistöckige Fassaden ersetzt“ werden, um den Mietern neue Präsentations- und Flächenmöglichkeiten zu bieten. „Hochwertige Materialien, stimmungsvolle Beleuchtung und großzügig gestaltete Mallbereiche werden den High-Street-Charakter des glasüberdachten Centers unterstreichen“, so Friedlein.

Im Untergeschoss sollen Nahversorger und Dienstleister das Angebot ergänzen. Herzstück der Mall soll eine 5500 Quadratmeter große Markthalle werden, in der neben regionalen Lebensmitteln von lokalen Anbietern vor allem internationale Restaurantkonzepte Platz finden sollen. Ziel der Neupositionierung sei es, „an die historische Bedeutung des Ortes anzuknüpfen und den Besuchern ein abwechslungsreiches Shopping- und Freizeiterlebnis von internationalem Format zu bieten“, sagt Friedlein.

In Konkurrenz mit der "Mall of Berlin"

Ganz freiwillig investiert das Unternehmen allerdings nicht in die Neupositionierung. Denn die Arkaden stehen massiv unter Druck, seit vor fünf Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft die „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz eröffnet hat. In dem Zentrum, das mit seinem Art-déco-Stil an die Goldenen 20er-Jahre anknüpft, sind 270 Geschäfte auf über 76.000 Quadratmetern untergebracht. Neben dieser schwer­gewichtigen Konkurrenz sahen die Arkaden zunehmend alt aus.

Ohnehin ist Berlin die Hauptstadt der Shoppingcenter, die sich untereinander einen harten Wettbewerb um die Kunden liefern. So sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Einkaufszentren hochgezogen worden, die sich in Angebot und Design deutlich mehr am gewandelten Kundengeschmack orientieren.

Gerade erst hat am S-Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain die East Side Mall, Berlins 69. Einkaufszentrum mit rund 100 Geschäften, eröffnet. Und ein paar Wochen zuvor in Moabit das Shoppingcenter Schult­heiss Quartier, ebenfalls mit Platz für rund 100 Shops. Die wachsende Konkurrenz der Malls und das geänderte Einkaufsverhalten der Kunden, die ihre Waren zunehmend im Internet bestellen, graben den Einkaufszentren älterer Bauart zunehmend das Wasser ab.

Keine Angabe zu den Investitionskosten

Insgesamt, so hat der Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) errechnet, summiert sich die Verkaufs­fläche aller Berliner Einkaufszentren auf rund 1,4 Millionen Quadratmeter. Rechnet man noch die übrigen Handelsflächen in den Einkaufsstraßen und Kaufhäusern der Hauptstadt hinzu, verfügt Berlin über 4,4 Millionen Qua­dratmeter – das entspricht 1,24 Qua­dratmeter Verkaufsfläche pro Einwohner. Damit liegt Berlin immer noch unter dem Bundesdurchschnitt, der mit 1,5 Quadratmetern je Einwohner angegeben wird.

So blumig die ECE das Umbauvorhaben beschreibt, so zugeknöpft gibt sich das Unternehmen, wenn es um die Frage des Investitionsvolumens geht. „Leider können wir zu den Investitionskosten keinerlei Aussagen machen“, teilt die Sprecherin auf Nachfrage der Berliner Morgenpost mit. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne man auch zur Bauzeit noch nichts Genaueres mitteilen, da man sich momentan noch in der Planungsphase für die Umbauarbeiten befinde, so die Sprecherin weiter. Geplanter Beginn der Umbauarbeiten sei aber voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019.

Ganz sicher ist sich das Unternehmen aber, dass sich die Investition, die nach Auffassung von Branchenkennern sicher im zweistelligen Millionenbereich liegen wird, auszahlen wird. Der Potsdamer Platz mit seiner langen Historie und zentralen Lage sei schon heute ein Hotspot für Touristen und als Verkehrsknotenpunkt ideal angebunden. Mehr als 110.000 Menschen besuchen den Potsdamer Platz täglich.

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