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Berlins Senat steht grundsätzlich hinter Mauerprojekt

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Joachim Fahrun
Kronprinzenpalais mit Mauer (Montage!)

Kronprinzenpalais mit Mauer (Montage!)

Foto: Maurizio Gambarini, pa/imageBROKER/Ch. Reister; Montage BM

Die Berliner Festspiele bestätigen Pläne für das Kunstereignis vor dem Kronprinzenpalais Unter den Linden.

Berlin. Der Berliner Senat steht grundsätzlich hinter den Plänen des Kunst- und Filmprojektes DAU. Die Initiatoren und die vom Bund finanzierten Berliner Festspiele planen wie berichtet, das Kronprinzenpalais Unter den Linden und die benachbarten Gebäude mit einem Nachbau der Berliner Mauer zu umgeben. Drinnen soll ein an die Stalin-Zeit in der Sowjetunion erinnerndes Ambiente entstehen, um den Mechanismen totalitärer Gesellschaften nachzuforschen. Überraschung ist Teil des Konzeptes. Es soll aber in diesem Herbst losgehen.

Projekt, das drei Städte verbindet

Senatssprecherin Claudia Sünder sagte am Sonntag, ein Kunstprojekt, das die drei Partnerstädte Berlin, Paris und London miteinander verbindet, habe es in der Form noch nie gegeben. „Das ist spannend und eine Herausforderung zugleich“, so Sünder. Die Werte „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ zu inszenieren, sei „ein hoher Anspruch, nicht nur an die Kunstschaffenden“. Für die Umsetzung eines solchen Vorhabens brauche es die Unterstützung aller Beteiligten, und gegenwärtig würden noch viele Gespräche geführt. „Kunst braucht Freiheit, und Berlin ist die Stadt der Freiheit. Das ist eine gute Grundlage."

Die Festspiele bestätigten am Sonntag die Planungen. Die Berliner Präsentation, der Events in London und Paris folgen, sei auch ein Stadtteilprojekt, das Installationen unter anderem der Berliner Mauer, Performances und Konzerte beinhalte. Es sollen auch erstmals die 13 Kinofilme und Serienformate gezeigt werden, die der russische Regisseur Ilya Khrzhanovsky zwischen 2008 und 2011 in der Rekonstruktion eines wissenschaftlichen Instituts in der Ukraine gedreht hat. In dieser Simulation der Jahre 1938 bis 1968 haben über mehrere Jahre bis zu 400 Menschen gemeinsam gelebt und gearbeitet.

Die Berliner Präsentation solle für einen kurzen Zeitraum eine Stadt in der Stadt schaffen, die ein Leben nach anderen Regeln zeige und erfahrbar mache, so die Festspiele in einer Mitteilung. Die Genehmigungsprozesse bei den Behörden und die Gespräche mit den Anwohnern und Partnerinstitutionen für das Projekt seien in vollem Gange und noch nicht abgeschlossen.

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