Neutralitätsgesetz

Lehrerin in Wedding nimmt Kreuz nach Dienstanweisung ab

Das Berliner Neutralitätsgesetz verbietet Lehrkräften, religiöse Symbole sichtbar zu tragen. Nun fügte sich eine evangelische Lehrerin.

Halskette mit Kreuz (Symbolbild)

Halskette mit Kreuz (Symbolbild)

Foto: imago stock&people

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, hat eine evangelische Lehrerin an einer Schule in Wedding einer Dienstanweisung Folge geleistet und ihr an einer Halskette befestigtes Kreuz abgenommen. Laut der Zeitung hat dies die Schulverwaltung bestätigt. Das Kreuz sei auffällig groß und damit mehr als nur ein Schmuckstück gewesen.

Der Fall hatte vor einiger Zeit für Wirbel und erneute Diskussionen über das Neutralitätsgesetz gesorgt, das bisher vor allem auf Kopftücher für muslimische Frauen zielte. Im Februar wurde einer Frau, die die muslimische Kopfbedeckung trug, eine Entschädigung zugesprochen. Sie hatte sich als Grundschullehrerin beworben. Da sie nach Ansicht des Gerichts bei der Jobsuche benachteiligt wurde, muss das Land ihr nun 8680 Euro Entschädigung zahlen, entschied ein Gericht.

Einige Experten halten das Neutralitätsgesetz für verfassungswidrig. Sie argumentieren, dass es dem Grundrecht auf Religionsfreiheit widerspreche. Im aktuellen Fall der christlichen Lehrerin hatte Konsistorialpräsident Jörg Antoine zu mehr Gelassenheit gemahnt. Auch der Berliner Bischof Markus Dröge sagte: „Wir setzen uns für die Freiheit ein, ein Kreuz zu tragen.“ Befürworter des Neutralitätsgesetzes befürchten eine religiöse Beeinflussung von Schülerinnen und Schülern.

Mehr zum Thema:

Berliner Lehrerin muss Halskette mit Kreuz abnehmen

Neutralitätsgesetz: Senat will sich bei Prüfung Zeit lassen

Kopftuch-Urteil: Radikale dürfen keinen Einfluss bekommen