Im Zusammenhang mit dem am Alexanderplatz geplanten Körperwelten-Museum hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus den Bezirk Mitte kritisiert. Wie berichtet, kämpft das von Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) geführte Bezirksamt gegen die Ausstellung von plastinierten Körpern am Fuße des Fernsehturms. Ein Gerichtsurteil, das die Ausstellung ermöglicht, will Hanke anfechten.

Zudem hatte Hanke dem Plastinator Gunther von Hagens ein Zwangsgeld angedroht. Das Bezirksamt hatte zuvor eine Unterlassungsverfügung gegen die Eröffnung des Museums am 18. Februar erlassen. Im Falle der Zuwiderhandlung würden 10.000 Euro fällig - täglich.

Müller verwies auf die Verantwortung des Bezirks in dieser Frage, sagte jedoch: „Ich kann es nicht ganz nachvollziehen, aber das ist eine private Meinung von mir.“ Der Bezirk müsse entscheiden, wie er mit dem Gerichtsurteil umgehe. Der Senat habe in dieser Frage kein Weisungsrecht. Er hoffe auf eine schnelle Entscheidung, „damit alle wissen, woran sie sind“.

Auch aus stadtentwicklungspolitischer Sicht mochte sich Müller nicht gegen die Körperwelten-Ausstellung aussprechen. Es sei eine von vielen Nutzungen, die am Alexanderplatz möglich seien. An diesem Ort stünden aber andere stadtentwicklungspolitische Fragen im Vordergrund, die diskutiert werden müssten.

ab