Autofahrer sollten die östliche Innenstadt im Bereich des Brandenburger Tors weiter meiden. Dort beginnt nicht nur in Kürze der Aufbau der Partymeile für Silvester, verbunden mit umfangreichen Straßensperrungen. Auch die angekündigte Freigabe der Südfahrbahn auf dem Boulevard Unter den Linden in Mitte lässt weiter auf sich warten. Die Friedrichstraße bleibt sehr zum Ärger der Geschäftsleute zwischen Unter den Linden und Behrenstraße vorerst voll gesperrt.
„Möglicherweise können die Sperrungen erst Anfang kommenden Jahres aufgehoben werden“, sagte Markus Falkner von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) der Berliner Morgenpost. Grund für die Verzögerung sei das gegenwärtig sehr regnerische Wetter, welches ein Auftragen der notwendigen Fahrbahnmarkierungen bislang verhindert habe.
Noch zu Monatsbeginn hatte die BVG angekündigt, bis 15. Dezember ihre Baustelleneinrichtungen für den U5-Weiterbau auf der südlichen Fahrbahn des Boulevards Unter den Linden zwischen Glinka- und Charlottenstraße abzubauen. Autofahrer, die in Richtung Osten fahren, sollten dann auch wieder in die Friedrichstraße abbiegen können.
Auch Sperrung der Friedrichstraße bleibt bestehen
Zwar sind Baucontainer und Schutthaufen inzwischen weitgehend von den Fahrbahnen verschwunden, doch die Straßen sind weiter gesperrt. Zunächst wegen einer ausstehenden verkehrsrechtlichen Anordnung durch die Verkehrslenkung Berlin. Die liegt zwar inzwischen vor, doch konnte die BVG bisher noch nicht alle Auflagen der Verkehrslenkung erfüllen. Dazu gehören etwa neu programmierte Ampelschaltungen sowie die Spurmarkierungen auf der Straße Unter den Linden. Da die Anordnung für den gesamten Kreuzungsbereich gilt, könne auch die Sperrung der Friedrichstraße derzeit nicht aufgehoben werden, so der BVG-Sprecher.
Das stößt indes auf Unmut bei den Anrainern, vor allem bei vielen Geschäftsleuten, die durch die Behinderungen mitten im Weihnachtsgeschäft Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. „Die lange Sperrung in diesem Bereich ist für viele unserer Händler geschäftsschädigend“, kritisierte Mateusz Hartwich, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Die Mitte e. V., der Berliner Morgenpost. Es spreche nicht gerade für die Seriosität der Verkehrsbetriebe, wenn Absprachen nicht eingehalten werden. „Die Öffnung der Friedrichstraße war uns von der BVG bereits für den 5. Dezember versprochen worden“, sagte Hartwich. Später habe es geheißen, die Verkehrsfreigabe verschiebe sich auf den 15., dann auf den 19. Dezember. Zuletzt war für den heutigen Montag eine Eröffnung geplant, die jedoch wegen der bislang fehlenden Fahrbahnmarkierungen ausfallen musste.
Seit Juli 2012 gibt es im Bereich Friedrichstraße und Unter den Linden umfangreichen Behinderungen für den Autoverkehr. Die BVG baut direkt unter der Kreuzung einen neuen Umsteige-Bahnhof für die U-Bahn-Linien 5 und 6. Während die Arbeiten am Bahnhof Unter den Linden weitergehen, steht die Tunnelbohrmaschine wegen eines ungeklärten Schlamm- und Wassereinbruchs in Nähe des Bahnhofs Brandenburger Tor still.





