Der Panoramablick von der Dachterrasse und der Kuppel des Reichstagsgebäudes steht bei vielen Berlin-Besuchern ganz oben auf dem Programm. Etwa drei Millionen Menschen sind es jedes Jahr, die sich bei Wind und Wetter in die Warteschlange vor den Kontroll-Containern einreihen. Seit den Warnungen vor möglichen Terroranschlägen vor drei Jahren werden die Besucher nicht mehr im Gebäude, sondern in den Containern überprüft. So alt wie das hässliche Provisorium sind inzwischen auch die Pläne, ein Besucherzentrum vor dem Reichstagsgebäude zu errichten.
Der erste Vorschlag sah einen oberirdischen Neubau auf dem Platz der Republik in Mitte vor. Dieser Vorschlag fiel durch, weil er die Sichtachse auf den Reichstag blockiert hätte. Es folgte die Idee eines unterirdischen Neubaus, die aber an den hohen Kosten scheiterte. Nun kommt Bewegung in die festgefahrene Diskussion: Am heutigen Mittwoch wird die Bau- und Raumkommission über eine neue, kostengünstigere Variante diskutieren.
Anders als das bislang vorgestellte, komplett unterirdische Besucherzentrum direkt vor dem Reichstagsgebäude soll nun ein oberirdischer Neubau südlich der Scheidemannstraße die Besucherströme aufnehmen. Der angedachte Standort liegt dort, wo derzeit der Berlin-Pavillon Gastronomie und Souvenirs anbietet. Außer den Räumen für die Zugangskontrollen soll auch ein Informationsort entstehen. Über einen Tunnel könnten Reichstagsbesucher von dort aus unter der Scheidemannstraße und dem Platz der Republik hindurch direkt bis zum Reichstagsgebäude gelangen.
Diese Variante nur halb so teuer
Die Kostenersparnis gegenüber der komplett unterirdischen Variante beträgt nach ersten Schätzungen rund 150 Millionen Euro. Damit wäre diese Variante nur halb so teuer wie das unterirdische Zentrum unter dem Platz der Republik, das laut einer Machbarkeitsstudie rund 300 Millionen Euro kosten würde. Erarbeitet hat diese neue Variante das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Das BBR wird diesen Vorschlag nun erstmals den in der Bau- und Raumkommission vertretenen Bundestagsabgeordneten vorstellen.
„Wenn wie uns am Ende des Tages darauf einigen, dass kein Baucontainer mehr in der Sichtachse des Reichstages steht, wäre das sehr zu begrüßen“, so der Berliner Bundestagsabgeordnete Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Die Maßnahme sei wichtig, damit die Situation der Besucher endlich verbessert werde.

![Eine lange Schlange von Touristen steht am Mittwoch (25.07.2012) vor dem Eingang zum Reichstag in Berlin. Das Wetter in den nächsten Tagen bleibt sommerlich mit einzelnen Gewittern. Foto: Markus Heine dpa/lbn [ Rechtehinweis: usage Germany only, Verwendung nur in Deutschland ] Eine lange Schlange von Touristen steht am Mittwoch (25.07.2012) vor dem Eingang zum Reichstag in Berlin. Das Wetter in den nächsten Tagen bleibt sommerlich mit einzelnen Gewittern. Foto: Markus Heine dpa/lbn [ Rechtehinweis: usage Germany only, Verwendung nur in Deutschland ]](https://img.sparknews.funkemedien.de/109251816/109251816_1423549890_v16_9_1200.jpeg)



