Kriminalität

Haftbefehl gegen Messerstecher vom Alexanderplatz

In der Nacht zu Sonntag hatte ein 39-Jähriger am Alexanderplatz auf einen 29-Jährigen eingestochen. Nun wurde der Täter in die Untersuchungshaftanstalt Moabit eingeliefert.

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Zwei Tage nach einer erneuten Messerattacke auf dem Alexanderplatz hat ein Ermittlungsrichter gegen den mutmaßlichen Täter Haftbefehl wegen eines versuchten Tötungsdeliktes erlassen.

Der 39-Jährige wurde am Montag in die Untersuchungshaftanstalt Moabit eingeliefert.

Der Mann, der in Mitte wohnt, hatte in der Nacht zu Sonntag gegen 22.30 Uhr plötzlich auf einen 29-Jährigen eingestochen.

Zuvor war der Tatverdächtige aus noch ungeklärten Gründen mit einem 32 Jahre alten Begleiter seines Opfers in Streit geraten und hatte diesen angegriffen. Als der 29-Jährige sich schützend vor seinen Bekannten stellte, versetzte ihm der Angreifer einen Stich in den Oberkörper und flüchtete anschließend.

Schnell Festnahme durch aufmerksame Zeugen

Beamte einer Einsatzhundertschaft, die in der Nacht zur Überwachung des Personenverkehrs unterwegs waren und gerade den Alexanderplatz kontrollierten, wurden von Augenzeugen des Geschehens alarmiert und konnten den 39-Jährigen kurze Zeit später an der nahe gelegenen Gontardstraße festnehmen.

Der schnelle Erfolg ist vor allem zwei Zeugen zu verdanken, die den flüchtenden Messerstecher kurz entschlossen verfolgten und die Polizeibeamten dabei laufend informierten. Das Opfer wurde von Rettungskräften der Feuerwehr in ein Krankenhaus eingeliefert, wo es stationär aufgenommen wurde. Lebensgefahr besteht trotz des gezielten Stiches nicht.

Der Festgenommene wird trotzdem eines versuchten Tötungsdeliktes beschuldigt. Bei einem gezielten Messerstich in den Oberkörper geht man davon aus, dass der Täter den Tod seines Opfers zumindest „billigend in Kauf nimmt“. Damit ist ein sogenannter bedingter Vorsatz gegeben. Nach wiederholten Gewalttaten auf dem Alexanderplatz hat die Polizei inzwischen ein mobile Wache eingerichtet. Politiker fordern inzwischen eine feste Dienststelle direkt an dem schon seit Jahren bestehenden „Kriminalitätsbrennpunkt Alex“.