Stadtbärin Schnute wird auch den kommenden Winter in ihrem umstrittenen Zwinger am Köllnischen Park mitten in Berlin verbringen.
Die Entscheidung, ob das 32 Jahre alte Tier in einen größeren Bärenpark umgesiedelt werden soll, sei vertagt worden, sagte der Baustadtrat des Bezirks Mitte, Carsten Spallek (CDU), am Donnerstag. Nun sei die betagte Bärin kurz vor der Winterruhe, ein Transport sei frühestens im Frühjahr 2014 machbar.
Schnute könnte ihren Lebensabend aber im Bärenwald Müritz verbringen, so Spallek. Dort steht ein Platz für sie bereit. Doch das hoch betagte Tier müsste zuvor ein Käfigtraining absolvieren, um sich auf den Transport vorzubereiten.
Tierschützer fordern seit Jahren einen Umzug des lebenden Wahrzeichens der Stadt in einen Bärenpark. Gutachter hatten vor rund zwei Wochen bescheinigt, dass Schnute theoretisch fit genug für eine solche Umsiedlung sei – ein Restrisiko bleibe aber, hieß es.
Seit Jahren kämpfen Tierschützer für die Schließung des historischen Bärenzwingers im Köllnischen Park. Sie forderten, die zwei dort lebenden Braunbären Maxi und Schnute in eine Auffangstation umzusiedeln.
Im Jahr 2012 hatten sie sich schließlich zum „Berliner Bärenbündnis“ zusammengeschlossen. Der Bezirk hat dies immer abgelehnt und im Sommer 2013 mit einem Gutachten argumentiert, nach dem ein Tiertransport aus Altergründen abzulehnen sei. Dann starb Bärin Maxi am 23. August 2013 im Alter von 27 Jahren an inneren Blutungen.
Schnute könnte im Wildpark Johannismühle leben
Der Bund gegen den Missbrauch von Tieren (bmt) hoffte für die nach dem Tod ihrer Tochter Maxi vereinsamte Bärin Schnute, dass die Umsiedlung in absehbarer Zeit stattfinden wird. „Die seit Jahren ausgesprochene Offerte des bmt, den Bären ein artgerechtes Umfeld im Baruther Wildpark Johannismühle vor den Toren Berlins anzubieten, besteht weiterhin“, sagte Geschäftsstellenleiterin Claudia Lotz Mitte Oktober in Berlin.
Dort könne Schnute laufen, baden und Höhlen graben – „alles, was ihr seit Jahren auf 400 Quadratmeter Beton im Köllnischen Park nicht möglich war“, so Lotz weiter.
dpa/sei




