Gerade war es ruhig geworden um die beiden Berliner Stadtbären Maxi und Schnute. Nach jahrelangem Streit zwischen Tierschützern und dem Bezirksamt Mitte war die Entscheidung gefallen, die beiden Tiere nicht mehr in einen Bärenpark umzusiedeln, sondern in ihrem Gehege im Köllnischen Park zu lassen.
Mit dem Tod der Braunbärin Maxi, die am Freitag im Alter von 27 Jahren gestorben war, ist die Debatte nun neu eröffnet. Denn jetzt ist die Frage, was aus der zweiten Bärin, der 32 Jahre alten Schnute, werden soll. Schnute ist die Mutter von Maxi.
Das Bezirksamt hatte die Umsiedlung der Bärinnen unter anderem aufgrund der großen Strapazen für die Tiere abgelehnt. Um sie zu trennen und einzeln in einer Box zu transportieren, hätten die Tiere narkotisiert werden müssen. Das lehnte der Amtstierarzt wegen des hohen Alters der Bärinnen ab. „Jetzt, wo der eine Bär tot ist, fällt die Trennung und damit die Narkose weg“, sagte Carsten Spallek (CDU), Bezirksstadtrat für Bauen, Wirtschaft und Ordnung.
Die Zukunft ist ungewiss
Wahrscheinlich würde es jetzt ausreichen, Schnute mit Leckereien in den Transportkäfig zu locken, sagte Spallek. Das werde noch einmal geprüft. Dennoch sei ein Umzug von Schnute an einen anderen Ort derzeit noch offen, betonte der Stadtrat. Man müsse zunächst sehen, wie die Bärin die neue Situation verkrafte und wie sie allein in dem Zwinger im Köllnischen Park zurechtkomme. Bei Tieren, die solange zusammengelebt hätten, könnte es auch sein, dass das zweite kurze Zeit ebenfalls sterbe, sagte Spallek.
Nach Angaben von Tierschützern trauern Bären ähnlich wie Menschen, die nach sehr langer Zeit ihren Partner verlieren. Die Tiere zeigen dann melancholische Symptome, sie fressen deutlich weniger und bewegen sich auch kaum noch.
Das Berliner Bärenbündnis fordert „die sofortige Abgabe des Bären in einen Bärenpark“, sagte Sprecher Stefan Klippstein. Seit Jahren setzt sich der Zusammenschluss verschiedener Tierschutzvereine für die Umsiedlung der Bären ein. Schnute künftig einzeln zu halten, sei Tierquälerei, so Klippstein. Auch er wies darauf hin, dass die Bärin für einen Transport nun nicht mehr narkotisiert werden müsse. Sollte der Bezirk Schnute nicht freigeben, werde es wieder massive Protestaktionen geben, kündigte der Tierschützer an.
Maxi hatte in den letzten Tagen vor ihrem Tod kaum noch gefressen und sich auch nicht mehr viel bewegt. Der Tierarzt habe noch Antibiotika verabreicht, aber sie hätten nicht mehr angeschlagen, sage Stadtrat Spallek.
Am Freitag, als im Tierpark der neue zweijährige Eisbär Wolodja vorgestellt wurde, starb die Braunbärin dann. Noch sei deren Todesursache nicht bekannt, sagte der Stadtrat. Möglich ist, dass die 27 Jahre alte Bärin an einer Virusinfektion oder an einem Leberleiden gestorben ist. Das Tier wird jetzt im Landeslabor Berlin Brandenburg obduziert. Wann das Ergebnis vorliegt, ist noch unklar.





