Tierschutz

Berlins Stadtbärin Schnute kann aus engem Zwinger ausziehen

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Tanja Laninger

Foto: Matthias Balk / dpa

Tierärzte haben jetzt bestätigt, dass die 32 Jahre alte Bärin Schnute transportfähig ist. Damit könnte sie aus dem Gehege am Köllnischen Park in Berlin-Mitte in ein artgerechtes neues Zuhause umziehen.

Tierschützer fordern den sofortigen Umzug der 32 Jahre alten Berliner Stadtbärin Schnute in einen Bärenpark. Anlass ist die Aussage des zuständigen Bezirksamtes Mitte, dass das Tier transportfähig sei. Das habe ein neuerliches Gutachten ergeben.

„Berlin muss handeln, bevor die Bärin den Winterschlaf beginnt“, forderte die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Claudia Hämmerling. „Da es Zusagen aus den Bärenparks Müritz und Johannesmühle gibt, das Tier zu übernehmen, sollte die Bärin schnell in eine artgerechte Haltung umgesiedelt werden.“

Hämmerling kritisiert zudem, dass der Bezirk jährlich rund 90.000 Euro für eine „tierquälerische“ Bärenhaltung ausgebe, obwohl der Schutz der Tiere seit Jahren im Grundgesetz verankert sei.

Auch das Berliner Bärenbündnis fordert den zuständigen Stadtrat Carsten Spallek (CDU) zu zügigem Handeln auf. „Jetzt darf nicht wieder auf Zeit gespielt werden“, sagte Sprecher Stefan Klippstein. „Wir erwarten, dass Schnute schnellst möglich in eine Auffangstation gebracht wird, wo sie ihren Lebensabend in artgemäßer Umgebung genießen kann.“

Seit Jahren kämpfen Tierschützer für die Schließung des historischen Bärenzwingers im Köllnischen Park. Sie forderten, die zwei dort lebenden Braunbären Maxi und Schnute in eine Auffangstation umzusiedeln. Im Jahr 2012 hatten sie sich schließlich zum „Berliner Bärenbündnis“ zusammengeschlossen. Der Bezirk hat dies immer abgelehnt und im Sommer 2013 mit einem Gutachten argumentiert, nach dem ein Tiertransport aus Altergründen abzulehnen sei. Dann starb Bärin Maxi am 23. August 2013 im Alter von 27 Jahren.

Schnute könnte im Wildpark Johannismühle leben

Der Bund gegen den Missbrauch von Tieren (bmt) begrüßt die neue Aussage des Bezirksamtes und hofft für die nach dem Tod ihrer Tochter Maxi vereinsamte Bärin Schnute, dass die Umsiedlung in absehbarer Zeit stattfinden wird. „Die seit Jahren ausgesprochene Offerte des bmt, den Bären ein artgerechtes Umfeld im Baruther Wildpark Johannismühle vor den Toren Berlins anzubieten, besteht weiterhin“, sagte Geschäftsstellenleiterin Claudia Lotz in Berlin. Dort könne Schnute laufen, baden und Höhlen graben – „alles, was ihr seit Jahren auf 400 Quadratmeter Beton im Köllnischen Park nicht möglich war“, so Lotz weiter. Sie lehnt die Variante ab, wonach Schnute nach Umbauten in Höhe von etwa 15.000 Euro im Zwinger im Köllnischen Park bleiben könne.

Die Entscheidung über Schnutes Zukunft liegt nun bei den Bezirksverordneten.