Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben Unbekannte die Berliner SPD-Zentrale attackiert und beschädigt. Drei bis fünf von Zeugen beobachtete Täter warfen in der Nacht zum Montag Steine und mit schwarzer Farbe gefüllte Flaschen gegen die verglaste Fassade des Kurt-Schumacher-Hauses im Wedding, wie Polizei und SPD mitteilten.

Dabei wurden die Scheiben im Eingangsbereich der SPD-Zentrale wie des August-Bebel-Instituts zerstört und die Fassade durch ein Teergemisch verschmutzt. Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß und Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilten den Anschlag scharf.

Staatsschutz ermittelt

Bereits im Mai waren die Scheiben in der SPD-Zentrale im großen Stil beschädigt und beschmutzt worden. Den Schaden bezifferte die SPD damals auf knapp 7000 Euro. Der am Montag angerichtete Schaden sei geringer, hieß es. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Dies sei bereits der 15. Anschlag auf Einrichtungen der SPD in zwei Jahren gewesen, erklärte Stöß. Doch die SPD lasse sich nicht einschüchtern. „Das Ziel dieser Anschläge wird immer verfehlt werden: Wir werden nicht klein beigeben und unsere Arbeit für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit fortsetzen“, betonte der SPD-Chef.

Henkel erklärte, dass Anschläge auf Gebäude demokratischer Parteien kein Mittel der politischen Auseinandersetzung seien. „Gewalt, in welcher Form auch immer, ist durch nichts zu rechtfertigen. Wer Gewalt anwendet, disqualifiziert sich nicht nur selbst, sondern begeht eine Straftat“, unterstrich der Innensenator.

BM