Was sich zunächst als unspektakulärer Kellerbrand im Berliner Bezirk Mitte darstellte, wuchs sich im Laufe des Sonntags zu einem Großeinsatz der Feuerwehr aus. Vom späten Sonntagvormittag bis weit in die Abendstunden waren Einsatzkräfte der Feuerwehr mit einem Großaufgebot beschäftigt, einen Brand im Untergeschoss eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Wedding zu löschen.

Gegen 11.35 Uhr war die Leitstelle der Feuerwehr über einen Brand an der Turiner Straße informiert worden. Aus noch unbekannter Ursache war im Keller des Eckhauses zur Utrechter Straße ein Feuer ausgebrochen.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil es in dem weitläufigen Untergeschoss zu einer erheblichen Hitze- und Rauchentwicklung kam. Die Einsatzkräfte mussten sich mit Atemschutzausrüstung dem Brand nähern, der sich nach Angaben von Feuerwehrsprecher Sven Gerling auf 400 Quadratmeter Fläche und mehr als 20 Kellerverschläge ausbreitete.

Die Leitstelle alarmierte mehrere Löschzüge nach. Am Abend waren noch zehn Löschzüge mit 120 bis 150 Feuerwehrleuten an der Einsatzstelle beschäftigt.

Rauchschwaden vom Keller bis in den siebten Stock

Die Feuerwehr räumte drei Wohnhäuser mit etwa 100 Bewohnern und ließ die Stromversorgung zum Schutz der Einsatzkräfte abstellen. „Wir haben 29 Wohnungen geräumt und insgesamt 15 Bewohner in Sicherheit gebracht, darunter fünf Kinder“, sagte Gerling.

Zwei Hausbewohner kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser. Eine weitere Bewohnerin, die nicht in ihre Wohnung zurückkonnte und Medikamente benötigt, wurde ebenfalls in eine Klinik gebracht.

Nach Angaben von Augenzeugen war die Rauchentwicklung zeitweise so stark, dass der schwarze Rauch über das Treppenhaus bis in die siebte Etage aufstieg. „Die Bedingungen waren sehr kräftezehrend, sodass wir unsere Brandbekämpfer mehrmals austauschen mussten“, sagte Gerling.

pol