Mit dem Platz des Volksaufstandes 1953 wird in Berlin jetzt auf Dauer an die DDR-Massenerhebung erinnert. Nach jahrelanger Debatte wurde am Sonntag das Areal vor dem Bundesfinanzministerium danach benannt. Vor dem einstigen Haus der DDR-Ministerien hatten sich am 17. Juni 1953 Tausende Demonstranten versammelt und ihre Forderungen skandiert. Am Gedenktag an diesem Montag werden auf dem Berliner Friedhof Seestraße am Mahnmal für den Volksaufstand Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Kränze niederlegen.
Zudem entbrannte am Sonntag erneut eine Debatte, den 17. Juni wieder zum gesetzlichen Feiertag zu machen. Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, sprach sich dafür aus. Auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte am Sonntag, er unterstütze die Wiedereinführung eines Feiertages am 17. Juni. Mit der Wiedervereinigung wurde der Feiertag abgeschafft und stattdessen der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit zum Nationalfeiertag erklärt. „Der 17. Juni muss wieder ein Gedenktag werden, das wäre eine angemessene Würdigung“, sagte Henkel am Sonntag. Eine entsprechende Initiative würde er „gern unterstützen“.
„Es lebe Berlin, es lebe die Freiheit!“
Der Zeitzeuge Klaus Gronau enthüllte das neue Namensschild am Platz vor dem Bundesfinanzministerium. Er protestierte als 16-jähriger Lehrling mit und setzte sich nach der Wende für die Umbenennung des Platzes ein. „Es lebe Berlin, es lebe die Freiheit!“, rief er, als das Schild schließlich zu sehen war.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte bei der Benennung des Platzes, der DDR-Volksaufstand sei der Grundstein für die deutsche Einheit gewesen. „Die Menschen, die 1953 auf die Straße gegangen sind, waren die politischen und moralischen Vorreiter der Menschen, die im Herbst 1989 auf die Straßen gegangen sind.“ Für Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist der neue Name des Platzes ein „später Triumph über die SED-Diktatur“.
Am Gedenktag an diesem Montag wird am Mahnmal für den Volksaufstand in Berlin auch eine Ansprache der Kanzlerin erwartet. Mit einer Gedenkminute soll der Opfer gedacht werden.







