Antisemitismus

Mann in Berlin vor Disco niedergeprügelt, weil er Jude ist

Weil er ein pro-israelisches T-Shirt trug und sich als Jude zu erkennen gab, schlugen Unbekannte, die das Gespräch mitgehört hatten, plötzlich auf einen Discobesucher ein.

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Eine Schlägerei mit einem Verletzten vor der Diskothek “Tube Station“ in Berlin-Mitte könnte einen antisemitischen Hintergrund gehabt haben.

Ein 26 Jahre alter Mann rief am frühen Sonntagmorgen die Polizei in die Friedrichstraße und gab an, von drei Unbekannten beleidigt und geschlagen worden zu sein, weil er Jude sei.

Der Mann hatte ein T-Shirt mit einem pro-israelischen Aufdruck an. Zudem hätten die mutmaßlichen Täter in einem vorangegangenen Gespräch mitbekommen können, dass er Jude sei.

Beides hätte die Unbekannten möglicherweise provoziert. Der Mann war leicht verletzt, die Täter haben sich noch vor Eintreffen der Polizei vom Ort des Geschehens entfernt. Der Staatsschutz ermittelt jetzt.

Antisemitischer Übergriff im Sommer 2012 sorgte für Abscheu

In Berlin kommt es in jüngerer Zeit immer wieder zu antisemitisch motivierten Übergriffen. Erst im Sommer des letzten Jahres sorgte ein Fall von antisemitisch motivierter Gewalt in Berlin bundesweit für Aufsehen.

Der Rabbiner Daniel Alter war am 28. August 2012 in Begleitung seiner kleinen Tochter in Friedenau unterwegs, dabei trug er eine Kippa. Vier Jugendliche arabischer Herkunft sprachen den Rabbiner an und fragten ihn, ob er Jude sei.

Als Alter dies bejahte, schlugen die Angreifer unter wüsten Beschimpfungen massiv auf ihn ein. Darüber hinaus bedrohten sie das kleine Mädchen.

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