Hygiene

Bei Würstchen aus dem Grill-Bauchladen vergeht der Appetit

Kontrollen von mobilen Wurstverkäufern in Berlin-Mitte zeigten schwere Verstöße. Mängel gab es vor allem bei der Sauberkeit.

Foto: Timur Emek / DAPD

Sie stehen mit ihren bis zu 18 Kilogramm schweren Grill-Bauchläden am Berliner Alexanderplatz, laufen auf dem Mittelstreifen der Karl-Marx-Allee entlang oder warten vor dem S-Bahnhof am Alexanderplatz auf Kunden: die sogenannten Grill-Runner, Grill-Walker und Rollstuhlgrills.

Das Ordnungsamt Berlin-Mitte hat die mobilen Stände jetzt in einem Schwerpunkteinsatz zusammen mit der Lebensmittelaufsicht und der Polizei kontrolliert. Dabei wurden schwere Hygieneverstöße festgestellt.

So wurden nach Angaben des Ordnungsamtes die Grillgeräte zum Beispiel auf dem durch Straßenschmutz, Vogelkot und Vogelfedern verunreinigten Gehweg abgestellt. Außerdem behindert das Aufstellen der Geräte und die Vorbereitung des Verkaufs die Fußgänger, hat das Ordnungsamt moniert. Auch die Transportfahrzeuge der mobilen Würstchenverkäufer waren teilweise erheblich verunreinigt, heißt es weiter. In diesen Lieferwagen wurden unter anderen die Brötchen aufgeschnitten.

In der City West sind die Verkäufer verboten

"Die Händler selbst konnten ebenfalls nicht den Hygieneanforderungen genügen", sagt Carsten Spallek (CDU), der als zuständiger Stadtrat für Ordnung in Mitte die Aktion angeordnet hatte. Er berichtet weiter, dass die Waschgelegenheiten der Verkäufer, die zum Teil in den Lieferwagen oder den Anhängern untergebracht sind, massiv verunreinigt waren. Warmes Wasser sowie Seife und Hand- oder Papiertücher standen den Verkäufern nicht zur Verfügung.

Bei einem Rollstuhlgrill waren der Grill und der Rollstuhl erheblich verschmutzt und beschädigt, der Verkäufer trug auch keine Hygienebekleidung. Das Ordnungsamt erstattete Anzeigen, die Art der Mängel wurde mit den Grill-Verkäufern vor Ort besprochen und es wurde auch geklärt, wie sie zu beseitigen sind.

15 bis 20 der mobilen Verkäufer sind an den Wochenenden auf dem Alexanderplatz und am Fernsehturm unterwegs. Die Bauchladenverkäufer müssen für die Sondernutzung des Straßenlandes rund 100 Euro im Monat zahlen.

Dass die Würstchen-Verkäufer vorwiegend in Mitte unterwegs sind, hat seinen Grund. Denn in der City West sind sie nicht erlaubt. "Wir haben das unterbunden, indem wir schon vor Jahren Negativbereiche festgelegt haben. Die Bürgersteige sind am Kurfürstendamm, Tauentzien, auf dem Breitscheidplatz und am Zoo mit Passanten so stark frequentiert, dass eine Fremdnutzung zuviel wäre", sagte Marc Schulte (SPD), Stadtrat für Stadtentwicklung in Charlottenburg-Wilmersdorf. Auch die Bezirke Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg erlauben keine Grill-Walker.

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