Neue Tournee

Helge Schneider freut sich auf Berliner Currywurst

Im Februar startet die neue Tour von Allround-Künstler Helge Schneider. Rund drei Wochen wird er in Berlin gastieren. Sein privater Hauptstadt-Plan: Geld verprassen und Currywurst mit Pommes.

Es hatte etwas von einem Kindergeburtstag. Auf bunten Papptellern wurden Gummibärchen, Trinktüten und Buletten angeboten, zwei Weihnachtsmänner standen seitlich eines silbernen Fluggefährts. Darin thronte der Gastgeber dieser etwas anderen Pressekonferenz im Admiralspalast an der Friedrichstraße. Helge Schneider, Schauspieler, Musiker, Unterhaltungskünstler. Er war nach Berlin gekommen, um seine neue Tour vorzustellen, mit der er vom kommenden Februar an durch Deutschland reist. „Rettung naht“ heißt sie, der Komiker selbst schlüpft in die Rolle eines „Superhelgis“. Warum? „Warum nicht. Ich will Hoffnung vermitteln. Das hört sich doch ganz schön an.“

Ein typischer Schneider, ein solcher Satz. Bei dem Ironie mit Ernsthaftigkeit spielt. Brillanz mit Blödelei. Der 56-Jährige ist Profi, hat in über 30 Jahren Bühnenerfahrung zweifellos viel gelernt. Das stellte er an diesem Donnerstagmittag einmal mehr unter Beweis. Auch wenn die Umgebung kindlich und verspielt gehalten war – nichts bei ihm passiert zufällig. So sprach er vieldeutig von einer „Pause“, die er sich nach dieser Tour gönnen wollte. „Vielleicht höre ich sogar komplett auf und mache etwas anderes.“ Wieder einen Film drehen etwa. Das Publikum sollte also die Chance ergreifen und Karten kaufen. Bessere Werbung kann es wohl kaum geben.

Gleichzeitig betonte Schneider, wie viel Spaß es ihm bringe, auf der Bühne zu stehen. „Ich genieße es, jeden Tag woanders zu sein.“ Dabei möchte er sein Publikum bestmöglich unterhalten. „Ich kann nur sagen, der Anspruch an mich ist höher, als die Leute das womöglich erwarten.“ Er wolle nichts herunterspulen, selbst Dauerbrenner wie das legendäre „Katzenklo“ oder „Fitze Fitze Fatze“ nicht.

Zuletzt war er im vergangenen Sommer auf Konzertreise gewesen, hatte sie jedoch unterbrechen müssen. Wegen Erschöpfung, wie es damals hieß. „Kreislaufprobleme waren das“, erklärte er jetzt. „Ich habe zu viel Kaffee getrunken und bin halt nicht mehr der Jüngste.“ Mittlerweile sei er gelegentlicher Nichtraucher, seine Kardiologin habe ihm sogar eine Teilnahme an der „Tour de France“ erlaubt – mit dem Motorrad. Die anstehenden 54 Auftritte könne er also problemlos absolvieren, viele davon im Admiralspalast in Berlin, wo der nahe Mühlheim lebende Künstler rund drei Wochen verbringen wird. Er mag die persönliche Atmosphäre des Hauses, möchte keine Hallen füllen. „Ich bin erdverbunden.“ Für seine Zeit in der Stadt hat Helge Schneider bereits konkrete Pläne: Currywurst mit Pommes genießen und shoppen gehen, denn grundsätzlich werfe er „Geld zum Fenster“ hinaus.

Nur wie sein neues Programm inhaltlich gestaltet ist, darüber gab er keine genaue Auskunft. „Ich habe Lieder vorbereitet, die ich selbst noch nicht kenne.“ Das kann sicher als Scherz verstanden werden. Muss es aber nicht.