Der Bahnhof Wuhletal hat eine Besonderheit: Hier kann man auf demselben Bahnsteig zwischen der U- und S-Bahn wechseln. Wer von hier aus einen Spaziergang startet, der begibt sich normalerweise auf den wunderbar angelegten Wuhletal-Wanderweg, nach Norden oder nach Süden. Es gibt aber auch interessante Alternativen.
Wir verlassen den Bahnhof aus der Innenstadt kommend nach links. Auf der anderen Seite der Altentreptower Straße führt links schräg ein in der Mitte rötlich befestigter Weg in den Park Wuhlgarten hinein und Richtung Nordwesten. Kurz vor dem Brebacher Weg ist rechts eine langgezogene Hecke unterbrochen, der hier abzweigende Pfad führt zu einer Sitzgruppe mit im Halbkreis angeordneten Findlingen. Hier befinden sich mehrere Gedenktafeln zur Erinnerung an die Opfer der Euthanasie. Warum gerade hier?
Direkt dahinter sind schon die Gebäude des ehemaligen Wilhelm-Griesinger-Krankenhauses zu sehen. Im Jahr 1893 wurde der heute unter Denkmalschutz stehende Komplex als „Anstalt für Epileptische Wuhlgarten bei Biesdorf“ eröffnet. Heute gehören große Teile davon zum Unfallkrankenhaus Berlin. Und während der Nazizeit kam es hier aufgrund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zu umfangreichen Zwangssterilisationen und auch Deportationen von psychisch Kranken.

Das alte Krankenhausterrain hat viele sehenswerte Gebäude
Wir passieren die hübsche, nach der Wende wieder aufgebaute Krankenhauskirche, bestaunen die altehrwürdigen Gebäude drumherum und etwas weiter hinten das ehemalige Kesselhaus mit seinem hohen Schornstein. Direkt dahinter führt ein Pfad nach links, der auf einen weiteren Spazierweg lenkt.
Hier gehen wir nach rechts und befinden uns auf der erstaunlichen Biesdorfer Promenade nur für Radfahrer und Fußgänger, die kerzengerade über mehr als zwei Kilometer über den Blumberger Damm hinweg quer durch ein ruhiges Wohngebiet bis zum Heinz-Graffunder-Park führt. Die Grünfläche wurde 2004 nach dem Architekten Heinz Graffunder benannt, anlässlich seines zehnten Todestags. Unsere Route führt vor einem kreisrunden Brunnen nach links und ein Stück weiter wieder nach links. Wir stoßen auf einen Pfad, der uns nach rechts zum Eugen-Roth-Weg bringt, benannt nach dem 1976 verstorbenen Dichter.
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Die angrenzende Lappiner Straße leitet zur Otto-Nagel-Straße, Namensgeber ist der 1967 verstorbene Maler. Nach rechts kommen wir zum etwas stärker befahrenen Bentschener Weg, der uns nach links zur Oberfeldstraße bringt, eine langgezogene Straße, in der sich auch Einzelhändler befinden. Wir überqueren sie, ein paar Meter weiter geht rechts ein Pfad am Schilfteich entlang. Von Wasser ist nichts zu sehen, dafür gibt es massenweise Schilf zu begutachten. Der Weg mündet im Vorplatz zum S-Bahnhof Biesdorf. Sie können nun hier Ihre Heimreise antreten oder nach links am Bahndamm entlang und mit einem kleinen Schlenker – die Unterführung unter dem Blumberger Damm ist gesperrt – über die Altentreptower Straße zum Bahnhof Wuhletal, unserem Ausgangsort, zurückgehen.
Ausflugs-Info
- Verpflegungsmöglichkeiten Sowohl der U- und S-Bahnhof Wuhletal als auch der S-Bahnhof Biesdorf verfügen über Einkaufsmöglichkeiten für Proviant. Beim Bahnhof Wuhletal ist dies der Imbiss „Wuhlecafé“, der leider am Wochenende geschlossen hat (Mo.–Fr. 6–17 Uhr). Am Bahnhof Biesdorf ist das „Ellika-Dönerhaus“ täglich von 9 bis 23 Uhr geöffnet. Zudem befindet sich schräg gegenüber in der Oberfeldstraße das indische Restaurant „Taaj India“, das täglich außer montags von 11 bis 22 Uhr geöffnet hat.
- Wegstrecke und Dauer Bis zum Bahnhof Biesdorf misst die Route knapp fünf Kilometer, bis zum Bahnhof Wuhletal etwa 1,3 Kilometer mehr, ein bis anderthalb Stunden sollte man je nach Zielpunkt veranschlagen. Der Spaziergang lässt sich am Wuhletal-Wanderweg beliebig Richtung Nord oder Süd verlängern. Oft auf beiden Seiten der Wuhle verläuft ein sorgsam angelegter Spazierpfad, Richtung Süden bis zur Mündung in die Spree, Richtung Norden bis Ahrensfelde. Und ganz Ausdauernde können zudem die Gärten der Welt oder den Kienbergpark besuchen.


