Die Vorwürfe des gemeinnützigen Vereins „Hellersdorf hilft“ wiegen schwer. Von Mobbing der Flüchtlinge ist die Rede, von Einschüchterung und hausverboten. Zudem soll die neu eingesetzte Leiterin der Unterkunft in der Maxie-Wander-Straße noch vor wenigen Jahren in Bernau für die rechtsextreme DVU kandidiert haben. Ferner soll die Heimleitung das W-Lan abgeschaltet und Kinderwagen der Bewohner entsorgt haben.

Die Betreibergesellschaft, PeWoBe, weist die Kritik des Vereins zurück. Über einen Rechtsanwalt ließ sie am Montag erklären, dass diese Vorwürfe nicht zuträfen, berichtet der „Tagesspiegel“. Vielmehr sei ein EDV-Raum mit Computern samt Internetzugang eingerichtet worden, um die Privatsphäre der Bewohner zu schützen. Kinderwagen würden nur entsorgt, wenn sie nicht mehr funktionstüchtig seien.

Wie die “Berliner Zeitung“ berichtet, hat sich nun auch Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) in den Streit eingeschatet. „PeWoBe ist kein geeigneter Betreiber“, sagte Komoß der Zeitung. Man sei bemüht, den Vertrag mit der PeWoBe zu kündigen und eine Neuausschreibung durch das Lageso zu veranlassen. Die Lageso habe bereits eine Überprüfung zugesichert. „Wir nehmen die Kritik sehr ernst und gehen den Vorwürfen umgehend nach“, hieß es von Seiten des Lageso. Vertragsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung würden geprüft.

BM